Erstmals seit Pandemie wieder Tausende Gäste. Neu sind Besucher aus Indien und Saudi Arabien - nicht alle Einheimischen sind damit glücklich.
Ein Selfie am Marktplatz, eines mit dem See im Hintergrund und eines am Friedhof: An diesen Hotspots herrschte in diesem Sommer nach längerer Pause wieder dichtes Gedränge. Mittendrin Familie Hong aus Südkorea, die regelrecht ins Schwärmen kommt: „Ein Traum! Bisher haben wir Hallstatt nur aus YouTube und Instagram gekannt.“
Berge, Wasser, aber kein Parkplatz
Mit 6000 Gästen täglich aus 60 Nationen näherte sich der Tourismus in Hallstatt wieder der Zeit vor Corona. Die Schwärme aus China blieben allerdings aus, dafür kamen Inder. „Die Berge, das Wasser – so schön!“, zeigt sich Raksha Thakur aus New Delhi beim „Krone“-Lokalaugenschein begeistert. „Aber das Essen! Leider gibt es kein indisches Restaurant!“, bedauerte er.
Ab in die Mülltonne
Auch der Amerikaner John Loach übt vorsichtig Kritik: „Wir suchten ewig einen Parkplatz, aber jetzt ist es nett.“ Er ist - wie viele der Besucher in diesem Sommer - mit einem Leihauto angereist. Das brachte ein Plus von 6,3% beim Pkw-Verkehr, was die Parkplätze ständig überfüllte. Bei den Bussen dagegen gab es ein herbes Minus von 83%. „Die fehlen uns bei den Mittagstischen“, weiß Hotelier Josef Zauner. Auch wurde viel zu viel „to go“ konsumiert, die Mülltonnen - rappelvoll. Das ärgerte viele, die hier wohnen.
Vor Corona hatte wir zu Mittag vier Busgruppen, jetzt buchen Gruppen nur vereinzelt. Das geht uns ab. Aber ich würde es auch als richtig ansehen, dass mehr Gäste mit dem Zug kommen.
"Seewirt“ Josef Zauner, Gastwirtschaft und Hotel in 4. Generation
Wie regional ist die Küche?
Für heftigsten Gesprächsstoff aber sorgten arabische Gäste: „Manche behandeln uns wie Leibeigene“, flüstert ein Einheimischer. Gastwirtin Monika Wenger dagegen bleibt sachlich: „Wer im Bett schläft, ist egal. Gast ist Gast.“ Halal gibt es auf der Speisekarte dennoch nicht: „Wir haben österreichische Küche!“ Für sie ist die Saison gut gelaufen, die nächsten Monate aber machen ihr Sorgen, denn: „Die Chinesen sind früher das ganze Jahr über gekommen! Im Winter werden sie uns besonders fehlen.“









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