Umwelt- und Klimaveränderungen zwingen Pfeilgiftfrösche dazu, ihr Sozialverhalten zu ändern. Das Spektrum der Folgen des globalen Wandels reiche von einem höheren Zeitaufwand der Elterntiere bei der Betreuung von Gelegen und Nachwuchs bis hin zu mehr Aggression und häufigerem Kannibalismus bei Jungtieren, berichten Wiener Forscher.
Die im südamerikanischen Regenwald lebenden Pfeilgiftfrösche sind von zahlreichen Umweltveränderungen betroffen, etwa Lebensraumverlust, neue Krankheitserreger, Umweltverschmutzung und Klimaveränderungen. Weil die Tiere ein breites Spektrum an sozialen und sexuellen Verhaltensweisen zeigen, hat ein Team um Lia Schlippe Justicia und Bibiana Rojas vom Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung an der Veterinärmedizinischen Universität Wien in ihrer Arbeit sie als Modell genommen, um die potenziellen Anpassungen von Tieren an den globalen Wandel zu verstehen.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Jungtiere und Larven von den Umweltveränderungen besonders bedroht sind. So gibt es durch unregelmäßigere Niederschläge und höhere Temperaturen weniger Kinderstuben für die Larven, wie kleine Tümpel. „Um diese negativen Auswirkungen auszugleichen, werden Elterntiere mehr Zeit damit verbringen, Gelege zu betreuen und Kaulquappen zu weniger gefährdeten Aufzuchtplätzen zu bringen“, wird Schlippe Justicia in einer Aussendung zitiert.
Kannibalismus bei Jungtieren
Weiters rechnen die Forscherinnen mit häufigerem Kannibalismus bei Jungtieren sowie generell mit höheren Aggressionsraten aufgrund begrenzter Ressourcen und Territorien sowie vom Menschen verursachten Lärms. So können etwa die Abholzung oder erhöhte Lärmbelästigung die Kommunikation der Tiere stören, etwa bei der Balz oder Partnerwahl. Es könnte der Ruf der Männchen schlechter zu hören sein und sich die Erkennbarkeit von potenziellen Partnern reduzieren.
Die Analyse der Verhaltens- und Umweltveränderungen durch zukünftige Studien wird laut den Forscherinnen einen wichtigen Beitrag leisten, um die Auswirkungen auf verschiedene Arten und Populationen besser abzuschätzen. Rojas will sich nun auch in Österreich ansehen, wie Feuersalamander auf den globalen Wandel reagieren.










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