20 Jahre nach Flut

„So etwas möchten wir wirklich nie mehr erleben“

Oberösterreich
14.08.2022 15:00

Die vierköpfige Familie Unterauer aus Mauthausen weilte gerade auf Urlaub in der italienischen Adria-Stadt Caorle, als Vater Franz am 8. August 2002 plötzlich um Mitternacht ein Anruf seiner Schwester ereilte, die ihm eine Hiobsbotschaft überbrachte. „Sie sagte, dass unser Haus überschwemmt worden sei und wir schnell heimkommen sollten.“ 

Die Eltern Franz und Heidi weckten ihre Töchter Nicole (6) und Silvia (5), packten rasch die Koffer und fuhren mit dem Auto nach Hause. „Wir waren in Windeseile, so zwischen 4 und 5 Uhr Früh, in Mauthausen und haben dort das ganze Ausmaß der Katastrophe gesehen.“ Das Haus der Familie, das etwa 1,5 Kilometer von der Aist und drei Kilometer von der Donau entfernt liegt, war mit dem Auto nicht mehr erreichbar.

Nach einem Dammbruch und als Folge von Verklausungen hatte sich eine gewaltige Flutwelle durch das Josefstal und die Gemeinden Schwertberg und Mauthausen ergossen. „Wir haben unseren Pkw einen Kilometer entfernt auf einer Anhöhe stehen lassen und sind von meinem Bruder mit einem Traktor hinuntergebracht worden.“

Ohne Strom und Fließwasser ausgeharrt
Um zum Haus zu gelangen, mussten sie knietief durchs Wasser waten. „Die Strömung war aber so gefährlich, dass ich meine Töchter getragen habe“, sagt Franz. Der Keller stand komplett unter Wasser, aus dem Erdgeschoß konnte die Familie dank sofortigen Pumpeneinsatzes noch Habseligkeiten in den 1. Stock retten. Dort harrte die Familie viele Tage gemeinsam mit der Oma, deren Haus in Mitterkirchen 1,6 Meter hoch überflutet war, ohne Strom und Fließwasser aus. „Frustrierend war, als am 13. August die zweite Flutwelle gekommen ist.“

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So etwas möchten wir nie mehr erleben. Es gibt jetzt Schutzbauten. Doch wenn es mehrere Tage hindurch stark regnet, tritt schon eine gewisse Nervosität ein.

Franz (55) und Nicole (26) Unterauer

Die Schäden wurden später großteils repariert, doch als Folge der Unterspülungen treten heute noch Risse und Senkungen am Gebäude auf. Auch seelisch blieben Wunden. „Als Kind hatte ich lang Albträume. Und auch jetzt hab ich noch großen Respekt vor den Naturgewalten“, sagt Tochter Nicole (26).

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