Trotz anderslautender Ankündigungen halte die Energie AG den Stromtarif für Neukunden unverändert hoch, kritisiert die SPÖ. Sie macht jetzt im Landtag Druck auf den zuständigen Energielandesrat.
„Energie AG plant Günstig-Tarif auch für Neukunden“, so der Titel eines „Krone“-Berichts vom 28. Mai. Davor hatte die SPÖ eine Versechsfachung des Tarifs „Ökostrom Klassik“ auf 50,29 Cent pro Kilowattstunde für Neukunden kritisiert und dem Landesversorger ein Absahnen auf Kosten der Stromkunden vorgehalten.
Noch immer 50,29 Cent
Knapp zwei Monate später liegt der Neukunden-Tarif unverändert bei 50,29 Cent – was erneut die SPÖ auf den Plan ruft: „Wo bleiben die zugesagten besseren Tarife?“, fragt Energiesprecher Thomas Antlinger. Per schriftlicher Landtagsanfrage pocht er jetzt bei Energielandesrat Markus Achleitner (ÖVP) auf Maßnahmen, damit der angekündigte billigere Neukundentarif rasch kommt.
Wir haben die Anfrage zur Energie AG am Freitag eingereicht. Eine Beantwortung erwarten wir in den nächsten zwei Monaten.
Thomas Antlinger, Energiesprecher im SPÖ-Landtagsklub
Knapp fünf Monatsgehälter
Immerhin sei die Energie AG laut E-Control-Preisrechner für Neukunden einer der teuersten Anbieter in OÖ, rechnet die SPÖ vor: Ein Durchschnittshaushalt zahle bei den aktuellen Gas- und Strompreisen inklusive anteiliger Netzkosten zusammen 9150 Euro pro Jahr. Die SPÖ stellt diesen Betrag dem derzeitigen Einstiegsgehalt für Landesbedienstete in der niedrigsten Besoldungsstufe gegenüber: 1869,40 Euro. Knapp fünf Monatsgehälter würden so gerechnet also nur für Strom und Gas draufgehen.
Seitens der Energie AG heißt auf Anfrage: Es werde noch evaluiert und so rasch wie möglich angepasst. „Alle Kunden, die zum bestehenden Preis abgeschlossen haben, können natürlich dann auf den günstigeren Tarif umsteigen.“
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