Für ihr allerliebstes Spielzeug geben die Österreicher mehr Geld aus als für Lebensmittel! Anschaffung, Betriebskosten, Versicherung, Zubehör - das läppert sich zusammen. Sagenhafte 21,3 Milliarden Euro investierten die Österreicher im Vorjahr in ihre Autos und Motorräder. Der Weg vom Individual- zum Kollektivverkehr ist also noch ein weiter und steiniger.
Das geht aus einer aktuellen Studie zu den privaten Haushaltsausgaben des Beraternetzwerks „Kreutzer Fischer & Partner“ hervor. Deren Analyse in wenigen Worten: „Soll die Transformation vom Individual- zum Kollektivverkehr gelingen, werden ein dichteres öffentliches Verkehrsnetz, längere Betriebszeiten und kürzere Takte alleine wohl nicht reichen. Vielmehr müsste man einen erheblichen Teil der Bevölkerung davon überzeugen, auf das eigene Auto zu verzichten.“
Höhere Ausgaben als für alle Konsumgüter zusammen
An dieser Stelle tut sich aber ein zentrales Problem auf - das eigene Auto ist und bleibt ein fixer Bestandteil des Lebensstils. Es ist also weit mehr als „nur“ ein Transportmittel. Das lassen sich die Österreicher auch einiges kosten. Wir geben pro Jahr 1,5 Milliarden Euro mehr fürs Kfz aus als für Lebensmittel (samt alkoholfreien Getränken) und etwa dasselbe wie für Bekleidung, Hausrat, Elektrogeräte und Sportartikel zusammen.
Soll die Transformation vom Individual- zum Kollektivverkehr gelingen, werden ein dichteres öffentliches Verkehrsnetz, längere Betriebszeiten und kürzere Takte alleine wohl nicht reichen. Vielmehr müsste man einen erheblichen Teil der Bevölkerung davon überzeugen, auf das eigene Auto zu verzichten.
Analyse des Beraternetzwerks „Kreutzer Fischer & Partner“
Und die Investitionen steigen weiter. Im Vergleich zu 2020 steht unterm Strich ein Plus von 8,1 Prozent, was unter anderem auf die steigenden Spritpreise zurückzuführen ist, die heuer ihren Höhenflug noch fortsetzen. Auch blieb das Auto auf dem Höhepunkt der Pandemie öfter in der Garage. Von den eingangs erwähnten 21,3 Milliarden entfielen übrigens nur 6,6 Milliarden auf die Anschaffung - den viel größeren Brocken stellen Betriebskosten (Treibstoff, Öl, Versicherungen sowie Reparaturen) dar.
Der öffentliche Verkehr hinkt weit hinterher
Demgegenüber sind die Ausgaben für den öffentlichen Verkehr geradezu nebbich - ein Vergleich: 2,6 Milliarden lassen sich die Österreicher den Transport mit Bus und Bahn kosten. Das entspricht ungefähr einem Drittel, was allein für Kfz-Versicherung und -steuern aufgewendet wird. Trotz neuem Klimaticket und Öffi-Offensive bleibt das Auto halt ein Verkaufsschlager . . .














Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).