Seit Jahren wird davor gewarnt, jetzt ist es fast zu spät: Der Bestand der Schwalben schrumpft in Kärnten stark. Aber: Es gibt Hoffnungsschimmer.
Sie vertilgen Massen an Insekten, darunter auch die lästigen Gelsen, doch der Bestand der Mehlschwalbe ist in großer Gefahr - auch in Kärnten. Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, das absichtliche Entfernen der geschützten Nester sowie das bewusste Verhindern des Nestneubaus durch Abwehrstacheln oder spezielle Fassadenanstriche erschweren das Überleben der Schwalben in den Siedlungen.
Hinzu kommt der immense Rückgang fliegender Insekten, bedingt durch die zunehmend intensivierte Landwirtschaft, den Rückgang der Weidewirtschaft, den Einsatz von Pestiziden und die Zerstörung von Feuchtgebieten, die ihre Nahrungsgrundlage schmälern.
beträgt der Rückgang des Mehlschwalben-Bestandes in Österreich. Mit Unterstützung des Bundesministeriums hat BirdLife deshalb das Schutzprojekt „Mehlschwalbe - Hilfe für den Glücksbringer in Not“ ins Leben gerufen, um gezielte Schutzmaßnahmen einzuleiten.
Durch die fortschreitende Versiegelung der Stadtrandgebiete finden Schwalben weder Pfützen noch Lehm für ihren Nestbau vor. Rund 1500 gesammelte Lehmkügelchen sind für ein fertiges Nest nötig. Zum Glück gibt es aber noch Menschen, die den Glücksbringern helfen und ihre Anwesenheit schätzen, wie die Familie Ogertschnig in Wölfnitz. Seit genau 50 Jahren gibt es am Gasthof Ogertschnig ein Mehlschwalbennest, und drei Generationen erfreuen sich an den fliegenden Glücksbringern. Als Mitte Mai mit der Sanierung der Außenfassade des Gasthofes begonnen wurde, wurde das Nest nicht entfernt.
Man zog sogar Andreas Kleewein von BirdLife Kärnten zu Rate, da man nichts falsch machen und das Nest während der Arbeiten schützen wollte. „Der Bereich des Nestes wurde ausgespart und bleibt auch für die Zukunft erhalten. Das Handeln der Familie Ogertschnig hat Vorbildcharakter“, betont Kleewein. Denn vor allem in Klagenfurt sei der Brutbestand an Mehlschwalben stark geschwunden, oft wegen mangelnder Toleranz.
Bei Familie Ogertschnig können die Mehlschwalben auch in Zukunft ungestört brüten. Und zur Freude der Hausgäste sind am 5. Juli, genau mit Ende der Sanierungsarbeiten, die jungen Mehlschwalben ausgeflogen. Echten Vorbildcharakter in Klagenfurt hat auch das Strandbad, wo ebenfalls zahlreiche Mehlschwalben ungestört brüten können - und man sogar zusätzlich Kunstnester angebracht hat.
So helfen Sie den Schwalben















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