07.07.2022 11:35 |

Spareffekte möglich

Warmes Frühjahr ließ Gasverbrauch deutlich sinken

Das warme Frühjahr und die hohen Energiepreise haben bereits in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass sowohl Private als auch die Industrie ihren Gasverbrauch reduziert haben. Dies geht aus Daten der Energieagentur hervor. Österreich hat in den ersten fünf Monaten im Vergleich zum Vorjahr 3,5 Terawattstunden (TWh) weniger Gas verbraucht.

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Beim Strom könnte ein Durchschnittshaushalt alleine durch Verhaltensänderungen bis zu zehn Prozent einsparen, sagte Energieagentur-Geschäftsführer Franz Angerer am Donnerstag im Ö1-„Morgenjournal“ - wenn etwa Klimaanlagen auf eine Solltemperatur von 25 oder 26 Grad gestellt werden, statt auf 22 Grad. Angerer empfiehlt, Heizungen zu warten und dann in der Heizperiode die Temperatur zu senken. Auch könne man noch „undichte Fenster notdürftig dämmen“ oder die obersten Geschoßdecken isolieren. Aber dann sei es mit den Sofortmaßnahmen, die jetzt gebraucht werden, „ziemlich vorbei“.

Allerdings betonte er mit Blick auf die Spartipps von Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne), ständige Sparaufrufe könnten auch dazu führen, dass sie überhaupt nicht gehört werden. Angerer weiß: „Bei dem Teil der Bevölkerung, wo das Thema ankommen kann und ankommen wird, ist es angekommen. Es gibt aber immer einen gewissen Teil, wo das Thema ins Leere geht, die man einfach nicht erwischt.“

Umrüstung auf Öl nicht überall möglich
Die Regierung hat wegen der zuletzt gesunkenen Speicherstände am Dienstag die Umrüstung der Industrie auf alternative Energieträger - vor allem auf Öl - angeordnet. Dies ist aber mit vielen Schwierigkeiten verbunden, betonen die betroffenen Unternehmen. Laut Recherchen des „Standard“ können in Österreich ohnehin nur Kraftwerke mit einer Leistung von rund 380 Megawatt (MW) von Gas auf Öl umgerüstet werden. Dazu kommt noch das Kraftwerk Mellach mit 200 MW, das von Gas auf Kohle zurückgebaut werden soll.

Anders sei es bei reinen Heizkraftwerken. Eines in Salzburg sei bereits von Gas- auf Ölbefeuerung umgestellt worden, ein weiteres befindet sich dort in Umbau. Die vier Heizkraftwerke in Wien - Spittelau, Leopoldau, Inzersdorf und beim Arsenal im dritten Bezirk - können sowohl mit Gas als auch mit Öl betrieben werden. Laut Wien-Energie-Chef Michael Strebl sei auch die Beschaffung von Heizöl „kein Problem“ gewesen, schreibt die Zeitung. Die Tanks mit 10.000 Litern würden aber nur kurz reichen, daher suche man zusätzliche Möglichkeiten, Heizöl einzulagern.

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