„Nicht zu tolerieren“

Nazi-Tweet: FPÖ stellt Werder nun ein Ultimatum

Nach dem Tweet des deutschen Bundesligisten Werder Bremen über eine Veranstaltung der FPÖ im Zillertal („Klare Kante gegen Nazis“) legt die Partei nun nach einer am Montag erfolgten Klagedrohung nach. In einem Schreiben an die Werder-Verantwortlichen forderte Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger die sofortige Löschung des Tweets, eine öffentliche Entschuldigung bzw. Distanzierung sowie eine finanzielle Entschädigung in Höhe von 10.000 Euro.

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Sollte man bis zum 14. Juli keine Rückmeldung seitens Werder Bremen erhalten, werde man den Klagsweg beschreiten, so Abwerzger. Die Entschädigung soll als Spende für die Nachwuchsarbeit des SK Zell am Ziller, jenem Ort in dem die FPÖ-Veranstaltung stattfand und Werder sein Trainingslager abhält, zur Verfügung gestellt werden. Das Schreiben Abwerzgers war vor allem an Werder-Präsidenten Hubertus Hess-Grunewald gerichtet, der, wie der FPÖ-Chef, Anwalt und (SPD)-Politiker ist.

„Eindeutig eine rote Linie überschritten“
„Von Anwalt zu Anwalt muss ich Ihnen nicht die rechtlichen Möglichkeiten erläutern, die uns nunmehr zustünden. Ich weiß, Fehler passieren, jedoch sollte man auch dazu stehen. Die politische Auseinandersetzung ist oft hart, man teilt aus und steckt auch ein“, erklärte der FPÖ-Obmann darin in Richtung Grunewald. Die wahllose Verunglimpfung von Personen als Nazis sei „jedoch eine nicht zu tolerierende Entgleisung. Da wird - auch in einer politischen Auseinandersetzung - eindeutig eine rote Linie überschritten“. „Ein möglicherweise langwieriger Gerichtsstreit mit entsprechender medialer Aufmerksamkeit ist weder in unserem Interesse, noch glaube ich, dass ein solcher in ihrem Interesse ist“, so Abwerzger. Daher fordere er Werder zu den entsprechenden Schritten auf. Das Posting enthalte jedenfalls „mehrere Verstöße nach einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen in Österreich“.

Darüber hinaus nahm Abwerzger auf das derzeit laufende Trainingslager der Werderaner in Zell am Ziller Bezug: „Ich darf auch anmerken, dass zahlreiche Mitglieder der FPÖ Ortsgruppe Zell am Ziller und Sympathisanten jährlich in ihrer Freizeit bei Ihrem Trainingslager mitarbeiten, damit Sie und die Mitglieder ihres Vereins einen angenehmen Aufenthalt in Tirol haben. Diese Personen hat ihr Verein durch das Posting ebenfalls beleidigt“. Er, Abwerzger, sei geschockt gewesen, als er dieses „undifferenzierte Posting“ gesehen habe: „Ich selbst hatte bisher immer große Sympathie für ihren Verein. Sport sollte verbinden, nicht trennen“. Am Montag hatte der Landesparteiobmann gemeint, dass der Tweet auch eine „Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus“ darstelle.

Eine Entschuldigung des deutschen Traditionsklubs, der heuer wieder in die Bundesliga aufgestiegen war, war am Montag ausgeblieben. Auf Nachfrage der „Krone“ bestätigte der Verein, weiterhin zu seiner Position zu stehen.

Am Samstag hatte in Zell am Ziller ein „Aktionstag“ der FPÖ im Vorfeld des Landesparteitages am Sonntag in Schwaz - und damit auch der Landtagswahl am 25. September - stattgefunden. Daran nahm auch FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl teil. Auf dem Werder-Tweet ist eine Art Truck-Anhänger der FPÖ zu sehen sowie daneben - etwas undeutlich - der am Podium stehende Kickl. Dem „Klare Kante gegen Nazis“ stellten die Social Media-Verantwortlichen den Satz voran: „Wir fühlen uns hier so sehr zuhause, dass wir auch im #Zillertal dafür einstehen.“

Kohlbauer spricht von „links versifften Piefke“
Heftig reagierte daraufhin der Pressesprecher der Wiener FPÖ, Leo Kohlbauer, auf den Werder Bremen-Tweet, ebenfalls auf Twitter: „Niemand braucht diese links versifften Piefke bei uns. Sollen‘s in Buntland den Regenbogen-Ramadan feiern“.

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