17.06.2022 05:42 |

Ex-Schwimmer spricht

Markus Rogan: „Das ist endloser Reichtum“

Markus Rogan, Österreichs erfolgreichster Schwimmer, sprach vor der WM in Budapest mit der „Krone“ über seine größten Misserfolge, seinen Job als Psychologe und seine unüberlegte Flucht aus Israel. Und der 40-Jährige sagt: „Raiffeisen hat schon gut gezahlt. Aber das Größte, was mir der Sport gebracht hat, war eine Gemeinschaft. Das ist endloser Reichtum.“

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„Krone“: Markus, wie geht’s dir in Los Angeles?
Markus Rogan: Ich bin als Psychologe beschäftigt, habe eine Privatpraxis in Beverly Hills. Ein spannender Job mit interessanten Personen wie Anwälten, Ärzten, Schauspielern oder einfach nur Leuten, die sich im Leben nicht zurecht finden.

Und deine Tätigkeit bei den Navy Seals?
Ich arbeite mit einigen von den Jungs zusammen. In einem Projekt, das ich begleite, geht es darum, Geld aufzustellen für Soldaten mit psychischen Problemen. Täglich bringen sich in Amerika 21 Veteranen um. Es ist schwer, ins Leben zurückzufinden, wenn man Freunde sterben sieht.

Warum bist du nach deinem Karriere-Ende nach Amerika gegangen?
Zum einen wollte ich mich nach der Schlägerei in der Disco bei der WM in Rom in Österreich nicht mehr blicken lassen. Das war für mich psychisch schwer zu verkraften, ich hab mir so viel aufgebaut und dann mit diesem Skandal alles verschissen. In Amerika kennt mich niemand, und ich bin jedem wurscht.

Welche Erkenntnisse hast du in deiner sportlichen Laufbahn für deine berufliche Tätigkeit gelernt?
Mit viel Training und Disziplin kommt man sehr weit. Die Öffentlichkeit hat mir getaugt, das war auch eine Bestätigung für mich. Dennoch hab ich gemerkt, dass Berühmtheit nicht immer schön ist.

In welchem Bereich hat dich der Sport reicher gemacht: was dein Konto betrifft oder die Erfahrungen?
Raiffeisen hat schon gut gezahlt. Aber das Größte, was mir der Sport gebracht hat, war eine Gemeinschaft. Das ist endloser Reichtum.

Was hast du aus deiner schmerzhaftesten Niederlage gelernt?
Das war auch in Rom. Sowohl sportlich als auch als Mensch. Zu dem Zeitpunkt wurde mir bewusst, dass ich meine Freunde immer in den Kameras gesucht habe. Echte Freunde hatte ich nie.

Du betreibst Apnoe-Tauchen. Willst du damit deine Grenzen ausloten?
Das ist lebensverändernd. Unglaublich, wie viele psychische Erkrankungen man durch perfekte Atmung regulieren kann. So lernt man, mit Panikattacken umzugehen. Außerdem ist es wahnsinnig beruhigend.

Du hast für viele positive Schlagzeilen gesorgt, aber nicht mit der Corona-Flucht aus Israel.
Das war mein größter Fehler seit der Prügelei in Rom. Das Peinliche daran ist wieder: Als Psychologe sollte ich mehr mentale Fähigkeiten haben.

Vera Lischka
Vera Lischka
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