25.05.2022 08:00 |

Groß-Ausbau gefordert

Windkraft-Lobby erhöht Druck auf Landesregierung

Die Steiermark gilt bei Windparks als Pionier und Musterland, dennoch wird von der Branche ein noch viel weitreichenderer Ausbau gefordert. Wer sich den Widerstand gegen aktuelle Projekte ansieht, weiß: Das birgt Sturmgefahr.

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Wir müssen unabhängig von russischem Gas werden! Wir müssen die alten Ölheizungen aus unseren Kellern bringen! Wir sollen keinen Atomstrom importieren! Also her mit den Windrädern, die grünen, steirischen Storm erzeugen.

Klingt gerade in Zeiten wie diesen einfach. Doch so einfach ist es nicht. Auch wenn laut einer Umfrage der IG Windkraft, die seit Jahren Lobby für den Ausbau dieser grünen Energieform macht, 85 Prozent der Steirer Anlagen etwas außerhalb ihrer Wohngemeinde akzeptieren würden, trifft so gut wie jedes Projekt auf Widerstand - sowohl aus der lokalen Bevölkerung, aber auch von Organisationen wie „Alliance for Nature“ um Christian Schuhböck.

Verfahren ziehen sich in die Länge
Am Dienstag fand etwa in Voitsberg eine mündliche Verhandlung für die Erweiterung des Windparks Freiländeralm statt. 17 neue Anlagen sind geplant, fünf davon in der Gemeinde Edelschrott - dort ist die Skepsis groß. Befürchtet werden etwa negative Auswirkungen auf den Tourismus.

Der Windpark Stubalpe (17 Anlagen) hängt seit Jahren in der Genehmigungsschleife, den damals geplanten Typ Windräder gibt es gar nicht mehr. Im Bereich Bocksruck-Habring (Bezirk Murtal) wurden Pläne fallengelassen, nun nimmt der Verbund in der Nähe (Seckau, Gaal) einen neuen Anlauf. Der Bescheid für den Windpark Steinriegel III wurde beeinsprucht. Auch gegen den Windpark Gruberkogel in Rettenegg formiert sich bereits Widerstand.

143 Windräder sollen 2024 stehen
105 Windkraftwerke stehen derzeit auf den steirischen Bergrücken, sie können etwa 500 Terawattstunden Strom erzeugen. Bald sind es 114 Anlagen - Mitte Juni findet am Fürstkogel die Eröffnung statt. Bis 2024 sollen es dann 143 Windräder sein.

Zum Vergleich: In Kärnten gibt es erst zwei Anlagen, in Tirol und Salzburg sind es null! Medial wurde daher die Steiermark zuletzt als Musterland und Pionier gefeiert, auch die Ausweisung von Vorrangzonen gilt als vorbildlich. Dennoch erhöht die IG Windkraft nun gehörig den Druck, vor allem auf die Landesregierung.

„In der Steiermark ist Potenzial viel größer“
„Das Potenzial in der Steiermark ist noch viel größer“, so Geschäftsführer Stefan Moidl. Es wird auf 1150 Windräder geschätzt, diese könnten über 18 Terawattstunden Strom erzeugen - das ist deutlich mehr, als die Steiermark selbst verbraucht.

Daher enthält der Forderungskatalog an die Politik neben beschleunigten und effizienten Genehmigungsverfahren (derzeit dauern sie im Schnitt fünf bis acht Jahre) auch die Ausweisung von weiteren Vorrangzonen für Windparks - und das rasch, meint Ursula Nährer, Juristin bei der IG Windkraft.

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Derzeit ist etwas mehr als ein Drittel des Potenzials ausgenützt. Im Sinne des Bodenschutzes wird auch das Repowering künftig eine Rolle spielen, also der leistungsstärkerer Ausbau bestehender Kraftwerke.

Umweltlandesrätin Ursula Lackner

Ein solch radikaler Schritt würde wohl Sturmgefahr bergen, Konflikte wären vorprogrammiert. Umweltlandesrätin Ursula Lackner zeigt sich auf Anfrage auch zurückhaltend, noch sei das Potenzial der bestehenden Vorrangzonen nicht ausgeschöpft. Zudem sei gerade ein ähnliches Programm für Fotovoltaik-Anlagen in der finalen Ausarbeitung.

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