Acht Stunden am Tag auf der Playstation zocken - klingt für viele Hobbyzocker nach einem Traumjob. Die „Krone“ bekam Einblick in den Alltag eines FIFA-Profis. Dass Philipp Gutmann für seine Erfolge richtig hart arbeiten muss, welche Ratschläge er für talentierte Spieler hat und was ihm bei FIFA 22 auf die Nerven geht …
Links antäuschen, rechts vorbeigehen, Ronaldo wie einen Schuljungen aussteigen lassen oder noch schnell ein Gurkerl schieben - alles kein Problem für Philipp Gutmann. Der mit Sturm Graz schon zweimal die eBundesliga gewann, aktuell Vizemeister im Einzelmodus ist. Und mit FIFA sein Einkommen erzielt. „Es fühlt sich für mich nicht wie ein Job an“, verrät der Steirer. Und dennoch muss er hart dafür arbeiten: Intensive Trainingseinheiten gegen ausgewählte Gegner, Feilen an der Aufstellung, die Psyche ins Reine bringen. „Ich habe mit zwei Mentalbetreuern zusammen gearbeitet. Bei FIFA gewinnt nicht immer der bessere, es entsteht Ärger und Frust. Da tut es gut, wenn man sich alles von der Seele sprechen kann. Dann ist es möglich, negative Gedanken in positive umzuwandeln.“
Ernährung umgestellt
Einen großen Schritt in der spielerischen Entwicklung bei Turnieren schaffte Gutmann aufgrund einer Ernährungsumstellung. „Turniere ziehen sich oft über 20 Stunden. Da ist es entscheidend, am Ende noch fit und konzentriert zu sein. Seit 2019 ernähre ich mich ketogen (kaum Kohlenhydrate), habe seither über 20 Kilogramm abgenommen. Das hat sich positiv auf meine Performance ausgewirkt.“
Seit November 2020 ist Gutmann für Wacker Gaming unter Vertrag, verdient dort neben den Turnier-Preisgeldern seine Brötchen. „Leider hat es während der Pandemie kaum Live-Events gegeben.“ Mit dem Finale der eBundesliga am 26. und 27. März im MMC Haus / Intersport Studio in Wien ist wieder Licht am Ende des Corona-Tunnels. Neben den Einzel- und Teambewerben findet beim fünfjährigen Jubiläum der eBundesliga auch ein Rookie Cup statt. Gerade für diese Spieler hat Gutmann einen besonderen Tipp: „Wenn man erkennt, dass man Talent und Motivation hat, sollten nicht die Preisgelder als Triebfeder dienen. Wichtig ist es, eine Ausbildung fertig zu machen, denn der Sport ist schon schnelllebig. Und eSports noch viel schnelllebiger.“
Ärger über die Defensive
Rund 15.000 Spieler nahmen heuer an den Qualiturnieren der eBundesliga teil. Für all jene die es nicht zum Finale geschafft haben, heißt es hart weiter trainieren. „Skill-Moves abschauen, bei den Profis auf Kleinigkeiten achten. Und sich nicht so viel ärgern“, weiß Gutmann. Wenngleich es bei jeder FIFA-Variante genügend Gründe zum Ärgern gibt. „Bei FIFA 22 laufen die Verteidiger und Mittelfeldspieler extrem weit zurück, bunkern sich hinten ein. Das lässt sich auch nicht taktisch verstellen.“ Dieses Problem haben aber immerhin alle. Ob Profi oder Hobby-Zocker…
Verfolge den Stream von Philipp Gutmann: https://www.twitch.tv/philgutmann









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