„Oberösterreich ist beim Breitbandausbau nach wie vor an letzter Stelle“, rügt SPÖ-Klubchef Michael Lindner auf Basis eines Vergleichs der Regulierungsbehörde RTR, siehe Quartalsbericht hier. Hinsichtlich des Download-Tempos stimmt der Vorwurf, das mit dem Ausbaugrad gilt es zu hinterfragen. Denn immerhin werden seit vergangenem Jahr Ausbauprojekte mit 238 Millionen Euro gefördert.
Die RTR veröffentlicht regelmäßig Quartalsberichte über den Breitband-Status in Österreich – quer über alle Technologien von Kabelanschlüssen bis hin zu mobilen Datenverträgen. Die einzelnen Bundesländer werden nur beim Download-Tempo separat ausgewiesen, mit einem Median aller RTR-Netztest-Messungen von Usern über alle Technologien (und Tarife) hinweg.
Über den Ausbaugrad beim Breitband sagt das erst einmal nichts Direktes aus – der erschließt sich eher aus dem Breitbandatlas (siehe Grafik). Auffällig ist aber, dass Oberösterreich beim Download-Tempo hartnäckig an letzter Stelle liegt, auch wenn es insgesamt aufwärts geht. So hat sich das Schlusslicht von 23 Mbit/s im dritten Quartal 2020 auf 28 Mbit/s emporgearbeitet, dabei aber niemanden überholt. Einer der Gründe dafür, so die RTR, dürfte die besondere „Ressourcen-Effizienz“ der Oberösterreicher sein: Sie wählen günstigere Tarife mit für sie halt ausreichendem Tempo.
Glasfaser-Ausbau geht voran, wenn auch langsam
Trotzdem meint Lindner: „ÖVP und FPÖ verschlafen in Oberösterreich den Breitbandausbau seit Jahren.“ Zugleich beklagen Bürgermeister die bürokratischen Hindernisse, wie Gerhard Neunteufel in Sandl (Bezirk Freistadt): „Das Breitbandausbausystem und die Förderstruktur sind undurchschaubar. Ich sehe mich außerstande, Fragen unserer Gemeindebürger nach dem Stand der Dinge und dem Zeitraum für den dringend notwendigen Breitbandausbau zu beantworten.“
Das vermag Volker Dobringer vom Breitbandbüro OÖ: „Bürgermeister sollen das Interesse an einem Ausbau in ihrer Gemeinde erheben und dann einen Provider finden, der ein Projekt einreicht. Von der Idee bis zur Fertigstellung dauert es vier bis sieben Jahre.“ Alleine die Landesgesellschaft Fiber Service habe seit 2017 gut 1800 Kilometer Glasfaserkabel verlegt, dazu kommen mehr als 20 andere Provider. Im Rahmen der 2021 von Bund und Land freigegebenen Fördersumme von 238 Millionen Euro würden jetzt Ausbauprojekte umgesetzt. Alle Projekte aus diesem Fördertopf müssen laut Dobringer bis 2024 gebaut und abgerechnet sein.










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