Drogenkrimi

„Mörderhexe“ führte Fahnder zu großer Heroinbande

Kärnten
10.03.2022 06:54

Wenn heute wieder ein großer Drogengipfel von Land, Polizei und Justiz stattfindet, dann ist es höchste Zeit - denn Kärnten wird von Slowenien aus mit Rauschgift überschwemmt. Das zeigte vor kurzem ein Prozess, an dessen Vorgeschichte auch die wegen Mordes rechtskräftig verurteilte Villacherin Margit T. beteiligt war.

Die mittlerweile 51-jährige T. sitzt eine lebenslängliche Haftstrafe ab. Noch vor der Rechtskraft dieses Urteils war sie aber in der Justizanstalt Klagenfurt inhaftiert, wo sie – wie berichtet – eine leichtgläubige Zellengenossin fand, die sich von dem selbst ernannten Medium einlullen ließ.

Zitat Icon

Drogenschmuggel nimmt in Kärnten überhand. Die mehrjährigen Haftstrafen in diesem Fall sind auch als Abschreckung für Derartiges gedacht.

Strafrichter Christian Liebhauser

Klagenfurterin wollte der Hexe helfen
Als die Hexe beklagte, dringend Geld für ihre Strafverteidigerin zu brauchen, wollte ihr die Klagenfurterin helfen. Sie beteiligte sich an einem Drogenhandel, wurde allerdings bald erwischt. Und packte dann darüber aus, wie leicht es sei, auch hinter Gittern an Rauschgift zu kommen.

Deals hinter Gittern
In weiterer Folge wurde tatsächlich ein Häftling (26) erwischt, der mit einem illegalen Handy in einem Gefängnis seine Heroingeschäfte abwickelte und plante. Der Stoff kam aus Slowenien, organisiert wurden die Transporte quasi von einem „Familienbetrieb“: Ein 34-Jähriger und seine Lebensgefährtin sollen fast zehn Kilo Heroin ins Land geschmuggelt haben.

Viele Jahre Haft
Die Frau beteuerte zwar, in 17-jähriger Beziehung und trotz gemeinsamer Kinder niemals etwas von den Drogendeals ihres Partners mitbekommen zu haben. „Das erscheint weder lebensnah noch glaubwürdig“, kommentierte Richter Christian Liebhauser trocken. Die Urteile – zehn Jahre für den Slowenen, drei für seine Freundin sowie zwei Jahre Zusatzstrafe für den Häfendealer, der schon sechs Jahre abzusitzen hat – sind nicht rechtskräftig.

Nur die Spitze des Eisberges
Das Drogenproblem wächst, auch in Kärnten. Nach längerer Pause findet daher heute wieder ein Gipfel statt, bei dem über Lösungsansätze diskutiert wird. Hinterfragt wird einmal mehr der umstrittene kärntenspezifische Ansatz „Therapie statt Strafe“, der von einer hohen Rückfallquote verflucht zu sein scheint.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele