Keine Entspannung

So leidet Österreich unter den hohen Gaspreisen

Wirtschaft
24.02.2022 06:00

Der Russland-Ukraine-Konflikt verschärft die angespannte Situation beim Gas. Allein diese Woche legten die Großhandelspreise zweistellig zu. Seit Anfang 2020 haben sich die Importkosten mehr als versiebenfacht! Schon zuletzt mussten viele Versorger ihre Tarife anpassen. Angst, dass das Gas „ausgeht“, müssen die heimischen Konsumenten aber keine haben.

Rund 250 Euro muss ein durchschnittlicher Haushalt heuer für Gas mehr bezahlen. Wer zuletzt bei einem Alternativanbieter war, „brennt“ mitunter jetzt noch deutlich mehr. Schuld daran war der weltweite Konjunkturaufschwung bei einem gleichzeitig knappen Angebot.

(Bild: Krone KREATIV | Quelle: E-Control | Foto: stock.adobe.com)

Das trieb den Gasimportpreis seit 2020 von zum Teil unter einem Cent je Kilowattstunde auf zuletzt fast acht Cent. Die Eskalation zwischen Russland und der Ukraine hat die Preise erneut um bis zu 13 Prozent steigen lassen. Die E-Control geht davon aus, dass das Niveau bis 2023 höher bleiben werde.

Entspannung erst für 2024 erwartet
Eine Entspannung erwartet Vorstand Alfons Haber erst 2024. Für die Haushalte bedeutet dies, dass man länger mit höheren Kosten konfrontiert ist. Einige Landesversorger wie z.B. die Energie Allianz im Osten, die Kelag (Kärnten) oder die Illwerke vkw (Vorarlberg) haben die Tarife schon erhöht, die anderen großen dürften folgen. Weil die Lieferanten oft Preisgarantien abgaben, sind zumindest heuer keine weiteren Anstiege zu befürchten. Und auch ein Anbieterwechsel bringt derzeit nichts.

(Bild: stock.adobe.com)

Trotz der hohen Abhängigkeit Österreichs bei Gas (ca. 80 Prozent kommt von Russland) brauchen die Haushalte keine Angst zu haben. Der Verbrauch der Privaten liege in einem typischen März bei zwei bis drei Terawattstunden (die Industrie braucht das Vierfache). Unsere Speicher sind derzeit aber mit 17,5 Terawattstunden gefüllt. Wenn gespart werden müsste, dann bei der Spitzenlast der Industrie, so Haber. Außerdem seien derzeit zahlreiche Schiffe mit Flüssiggas aus Amerika und dem arabischen Raum nach Europa unterwegs.

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