Fremdenhass

Türkei: Syrer werden nach Angriffen umgesiedelt

Ausland
18.02.2022 14:19

Wegen der zunehmenden Zahl fremdenfeindlicher Angriffe in Ankara hat die türkische Regierung nun mit einem Umsiedlungsprogramm für syrische Flüchtlinge begonnen. Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig und soll nach der Pilotphase auf das ganze Land ausgeweitet werden. Damit sollen einerseits die betroffenen Flüchtlinge geschützt und andererseits die aufgeheizte Stimmung im Land beruhigt werden.

Im Rahmen des Programms sollen Menschen aus Regionen, in denen viele syrische Staatsbürger lebten, in andere Landesteile umziehen, berichtete die regierungsnahe Nachrichtenagentur DHA am Freitag. Im August wurden dort dem Mord an einem 18-jährigen Einheimischen Menschen syrischer Herkunft gejagt und ihre Geschäfte und Häuser angegriffen. Hunderte Menschen zogen damals durch den Bezirk, warfen Steine auf Wohnungen, in denen sie Syrer vermuteten, und plünderten Läden.

Ein Auto und Inventar aus syrischen Geschäften wurde von einem wütenden Mob in Brand gesteckt. (Bild: twitter.com/QenanBJK)
Ein Auto und Inventar aus syrischen Geschäften wurde von einem wütenden Mob in Brand gesteckt.

Obergrenzen für Zuwanderer
Innenminister Süleyman Soylu sagte am Donnerstag, in Regionen, in denen Syrer 25 Prozent der Bevölkerung ausmachten, werde der Zuzug weiterer Ausländer nicht mehr erlaubt. Ausnahmen würden für Kranke, getrennte Familien und Studierende gemacht.

Die Türkei hat mit rund 3,7 Millionen Menschen so viele Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen wie kein anderes Land der Welt. Die Stimmung gegen Syrer und andere Ausländer im Land hat sich in den vergangenen Monaten stark aufgeheizt. Zu den Syrern kommen auch Hunderttausende weitere Migranten - etwa aus Afghanistan - hinzu.

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