11.01.2022 09:22 |

Thema des Tages

Nach Schnee droht „enorme Borkenkäferbelastung“

Entwurzelte Bäume, gebrochene Stämme, von der Schneelast zu Fall gebrachte Baumwipfel: Vor allem in den südlichen Landesteilen zwischen Klagenfurt und dem Lesachtal haben die Schneefälle und der nasse Schnee vom 5. Jänner erhebliche Schäden verursacht. Im Frühjahr droht deshalb die nächste Gefahr...

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In tieferen Lagen bis zu einer Höhe von 1000 Meter haben viele Bäume und Sträucher der Belastung nicht standhalten können. Die Folge waren, wie berichtet, großräumige Stromausfälle sowie Sperren von Straßen und Bahngleisen. Gerade in diesen Bereichen war stundenlang extrem feuchter Schnee gefallen.

50 Kilogramm

pro Quadratmeter hat der Schnee gewogen, der sich auf den Bäumen festgesetzt hat. Bei einer durchschnittlichen Fichte kommen da schnell einige Hundert Kilo zusammen.

Jetzt droht enorme Borkenkäferbelastung
„Es ist schwierig, die Schäden in Zahlen zu fassen, weil die meisten privaten Waldstücke noch gar nicht zugänglich sind“, sagt Landesforstdirektor Christian Matitz, den das aktuelle Szenario an die Schäden durch Blitzeis im Jahr 2014 erinnern: „Auch jetzt haben wir es mit Einzelbaumbrüchen zu tun, was forstschutzmäßig zu einer enormen Borkenkäferbelastung im Frühling und Sommer führen könnte.“ Deshalb lautet sein Appell an die Waldbesitzer: „Bitte Schäden so rasch und sorgsam wie möglich aufarbeiten, sonst wird das ein Borkenkäferjahr wie wir es schon lange nicht mehr gehabt haben!“

Noch mehr Schnee „wäre katastrophal“
Sollte nicht bald Tauwetter einsetzen, sieht der Experte eine Katastrophe auf unsere Wälder zukommen: „Aktuell ist kein Neuschnee prognostiziert. Aber unsere Bäume haben noch jede Menge Last zu tragen. Sollte auf weitere zwei kalte Wochen Schneefall folgen, wäre das mehr als katastrophal!“

20.000 Haushalte

in Villach-Land, Hermagor, Feldkirchen und Klagenfurt-Land waren am Donnerstag ohne Strom. Wegen der intensiven Schneefälle mussten die Kärntner Feuerwehren zu mehr als 1000 Einsätzen ausrücken.

Aufarbeitung als „Mammutaufgabe“
Ähnlich sieht das auch Bereichsleiterin Antje Güttler von den Österreichischen Bundesforsten, die sich um vier Prozent der Waldfläche in Kärnten kümmern: „Die Aufarbeitung einzelner umgefallener Bäume wird heuer zur Mammutaufgabe für die Land- und Forstwirte. Letztere müssen die Problemkinder erst einmal finden, in weiterer Folge fällen, abtransportieren und aufforsten. Wir befinden uns noch gerade mitten in der Schadensermittlung.“

Dank an freiwillige Helfer
Forstdirektor Martin Straubinger von der gräflichen Forstdirektion Foscari in Paternion ist erleichtert, dass sich die Schäden - zumindest in seinem Gebiet zwischen Töplitsch, Rubland und Stockenboi - in Grenzen halten: „Neben den Fahrbahnen schauen die Baumbrüche zweifellos recht spektakulär aus. Aber das Nassschnee-Ereignis hatte zwischen 800 und 1000 Meter ein Ende. Mein Dank gilt den vielen freiwilligen Helfern, welche die aufgrund der einseitigen Bekronung zu Fall gekommenen Laubbäume in Straßennähe entfernt haben!“

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