Offensive im Landtag

Kampf gegen „grüne“ Atomenergie in Oberösterreich

Dem Vorschlag der EU-Kommission, Atomenergie künftig als nachhaltig einzustufen, will nun auch die Landespolitik etwas entgegensetzen. Oberösterreich müsse gegen das „Greenwashing“ vorgehen und die Anti-Atomoffensive neu ausrichten, fordert die SPÖ - es soll mehr Lobby-Arbeit in Richtung EU geben.

Oberösterreich hat dank des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin viele Jahre Erfahrung im Kampf gegen Atomkraft. Die soll jetzt auch dabei helfen, sich gegen den Vorschlag der EU-Kommission, diese Technologie als klimafreundlich einzustufen, aufzulehnen.

„100 neue Temelins“
Ein erster Vorstoß kommt von der SPÖ: Sie fordert eine Neuausrichtung der oberösterreichischen Anti-Atomoffensive in Richtung Brüssel: „Sonst hilft der ganze Einsatz gegen Temelin nichts, wenn anderswo 100 neue Temelins entstehen“, heißt es aus der Partei.

Treffen mit Abgeordnetem
Konkret nimmt sich der neue Abgeordnete Thomas Antlinger des Themas an. Er fordert einen Schulterschluss im Landtag: „Am besten koordinieren wir uns mit unseren EU-Abgeordneten, um möglichst schlagkräftig im Landtag handeln zu können.“ Diese hätten regelmäßig einen über die Parteigrenzen hinaus sachorientierten Blick und könnten dem Landtag helfen, so zu handeln, wie es in Brüssel am wahrscheinlichsten positiv wirkt. Antlinger selbst will den oberösterreichischen EU-Abgeordneten Hannes Heide (SPÖ) bereits kommende Woche treffen und erste Gespräche führen.

Zitat Icon

Oberösterreich muss sich jetzt auf die Füße stellen und zeigen, dass es bereit ist, gegen Atomkraft zu kämpfen. Dafür brauchen wir etwa Bayern und Deutschland als Bündnispartner und müssen unsere Anti-Atomoffensive neu ausrichten.

Thomas Antlinger, Klimaschutz- und Anti-Atom-Sprecher im SPÖ-Landtagsklub

Gelegenheit zum Handeln hätte der Landtag schon bald: Der nächste Ausschuss für Standortentwicklung, bei dem die EU-Agenden liegen, findet am 20. Jänner statt, die nächste Landtagssitzung eine Woche später.

Allianz mit Deutschland
Bundeskanzler Karl Nehammer und Landeshauptmann Thomas Stelzer (beide ÖVP) sollten sich, so Antlinger, zudem um eine Allianz mit Deutschland und Bayern bemühen - wo ja der Atomausstieg ansteht. CO

Christian Ortner
Christian Ortner
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Dienstag, 18. Jänner 2022
Wetter Symbol
(Bild: Krone KREATIV)