Geld besser verwenden:

FPÖ-Chef will mit Kinder-Reha akute Lücken füllen

Gemeinsam haben der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) und Gesundheitsstadtrat Micheal Raml (FPÖ) die Überlastung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Linz aufgezeigt. Auch FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner, Familienreferent der Landesregierung, hält die Lage dort für untragbar. Er will daher Teile der niedrig ausgelasteten Kinder-Reha kokon in Rohrbach umwidmen. Eine Bestätigung der Überlastung kommt aus der Gesundheitsholding des Landes und massiver Widerspruch gegen die teilweise Neuverwendung aus der kokon-Geschäftsführung.

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Die Kinder-Reha in Rohrbach ist wegen mangelnder Auslastung und zu niedrig angesetzter Tagsätze finanziell in Bedrängnis. Dass die Landesholding dort Geld nachschießen soll (wir berichteten über die vorerst vorgesehenen 565.000 Euro), goutiert Haimbuchner nicht: „Wir brauchen monetäre Mittel für die Behandlung von tatsächlich kranken Kindern und nicht, um irgendwelche Leerstände zu finanzieren“, sagt er.

Er schlägt daher vor, „die am tatsächlichen Bedarf offenbar vollkommen vorbeigeplante Kinder-Reha in Rohrbach teilweise zu einer kinderpsychosomatischen Einrichtung umzufunktionieren“. Denn, wie der FPÖ-Chef – so wie Luger und Raml – aufzeigt und was das Wort kinderpsychosomatisch erklärt: „Im Kepler Uniklinikum in Linz können beispielsweise junge Patienten mit krankhaften Essstörungen aufgrund der Überlastung nicht mehr stationär aufgenommen werden. Dieser Zustand ist schlichtweg untragbar!“ Diese Überlastung sei eine Folge der Gefahren der Lockdown-Politik für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, weiß Haimbuchner auch aus einer entsprechenden Studie.

Gesundheitsholding bestätigt Überlastung
“Unstrittig ist, dass der Bedarf im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie seit Beginn der Corona-Pandemie massiv zugenommen hat. Experten gehen von einer Verzehnfachung bei der Zahl der depressiven Störungen bei Jugendlichen aus. Die vorhandenen Kapazitäten sind dadurch tatsächlich am Limit - von einer Triage kann aber nicht die Rede sein, weder an den Regionalkliniken der OÖG, noch am Kepler Universitätsklinikum", sagt OÖG-Geschäftsführer Mag. Dr. Franz Harnoncourt. Das Un-Wort „Triage“ - also eine sehr einschneidende Art von Prioritätenreihung nach mutmaßlichem Behandlungserfolg - hatte Haimbuichner in seiner Diagnose der Probleme am Kepler-Klinikum benutzt.

Kinder- und Jugend-Reha wehrt sich
Bei der kokon-Geschäftsführung kommt Haimbuchners Vorstoß zur Teilumwidmung nicht gut an, wie Manager Mag. Stefan Günther erläutert. Erstens:“ Österreich braucht Reha-Einrichtungen ausschließlich für Kinder- und Jugendliche. Wir haben unzählige Jahre dafür gekämpft und es handelt sich hier zweifelsohne um eine Errungenschaft und einen wichtigen Meilenstein in der österreichischen Gesundheitsversorgung. Mit unserem Angebot ist es gelungen, dass junge Menschen mit Reha-Bedarf nicht mehr gemeinsam mit Erwachsenen betreut oder ins benachbarte Deutschland geschickt werden müssen. Und unser kokon in Rohrbach-Berg trägt maßgeblich zu dieser qualitätsvollen Versorgung bei.“

Zweitens, so der Geschäftsführer: „Der Vorschlag, eine genau für Reha-Zwecke konzipierte Einrichtung kurzfristig in eine akutmedizinische Einrichtung umzufunktionieren, ist aus professioneller und praktischer Sicht nicht möglich. Auch wenn aktuelle Anpassungen in der Kinder-Reha hinsichtlich der Rahmenbedingungen nötig sind, kann und darf es nicht sein, dass die Notwendigkeit und der Bedarf einer solchen Einrichtung grundsätzlich in Frage gestellt werden.“

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