„Schwarze Sonne“

Anzeige wegen SS-Symbol mit Firmenlogo auf Fenster

Ein Nazi-Symbol im Fenster eines Hauses in Wolfsegg am Hausruck in Oberösterreich sorgt nicht nur bei Passanten für Empörung. Das Mauthausen Komitee hat nun Anzeige gegen einen Unternehmer erstattet, der zu einer „Schwarzen Sonne“ auch das eigene Firmenlogo montiert hat.

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„Wir sind von verärgerten Passanten darauf aufmerksam gemacht worden, dass ein Unternehmer in Wolfsegg/H. eine Schwarze Sonne in seinem Garagenfenster angebracht – und darin sogar das Firmenlogo integriert hat“, sagt Willi Mernyi, Sprecher des Mauthausen Komitees Österreich. Am Montag sei deshalb beim Bezirkspolizeikommando Vöcklabruck und der Staatsanwaltschaft Wels eine Anzeige nach dem Verbotsgesetz eingebracht worden.

Rechtsextremes Erkennungszeichen
Das Symbol der „Schwarzen Sonne“ besteht aus zwölf Sieg-Runen oder drei übereinandergelegten Hakenkreuzen. Sie gilt unter Neonazis und in rechtsextremen Subkulturen seit Jahrzehnten als wichtiges Erkennungszeichen. Oberösterreichs größte Neonazi-Gruppierung „Objekt 21“ etwa hatte im Garten ihres Standorts in Desselbrunn einst eine Grillstelle in Form einer riesigen Schwarzen Sonne ausgestaltet.

SS-Ornament als Vorlage
Vorlage für das Symbol ist ein im Boden des Nordturms der SS-Wewelsburg in Büren (im deutschen Westfalen) von KZ-Zwangsarbeitern eingelegtes Sonnenrad-Ornament aus Marmor – und zwar in jenem Saal, in dem Heinrich Himmler Sitzungen mit seinen Obergruppenführern abhielt.

Verstoß gegen das Verbotsgesetz
„Und damit existiert eine direkte Verbindung des Symbols zum Holocaust und anderen von der SS verursachten Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, erklärt Robert Eiter, Sprecher des Netzwerks gegen Rechtsextremismus. Dass in Österreich jedes SS-Symbol verboten und als „Spur des Nazismus“ zu entfernen ist, ergibt sich aus dem Staatsvertrag (Artikel 9) sowie auch aus dem Verbotsgesetz (§§ 1 und 3) in Verbindung mit dem Abzeichengesetz (§ 1).

Persönliche Gesinnung?
„Die Schwarze Sonne in Wolfsegg wird vom Hausbesitzer offensichtlich bewusst zur Schau gestellt - er will eine Wirkung nach außen entfalten. Es geht ihm anscheinend auch darum, mit dem SS-Symbol seine persönliche Gesinnung zu demonstrieren“, so Eiter. Der verdächtige Unternehmer war trotz „Krone“-Anfrage am Montag zu keiner Stellungnahme bereit.

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