Wiener Immo-Markt

Wer zahlt 16 Millionen Euro für eine Wohnung?

Um fast 16 Millionen Euro wird ein Apartment in der Wiener Innenstadt angeboten. Ein Quadratmeterpreis von 32.000 Euro. Wer kauft sich so etwas? Wir haben Experten gefragt. Und: Wie sich die Wohnungspreise generell in den Bezirken entwickeln. 

Trotz Pandemie ziehen die Wohnungspreise weiter an. In allen Bezirken gab es von Jänner bis September deutliche Steigerungen, am stärksten in der City. Dort kosten Wohnungen im Schnitt bereits 14.500 Euro je Quadratmeter, zeigt eine Auswertung des Portals immowelt.at (siehe Grafik). Ein Ende der Rallye ist nicht in Sicht. Diese 14.500 nehmen sich aber fast niedlich aus zu 32.000 €/m² für Wiens derzeit wohl teuerste Unterkunft.

Das Dachgeschoß im Herzfeldhaus am Getreidemarkt wird um 15,9 Millionen Euro angeboten. Der neue Besitzer kann sich über ein schlüsselfertiges Penthouse (500 m²) mit Swimmingpool, drei Badezimmern, drei WCs, Riesenterrasse und freiem Blick auf den Stephansdom freuen.

Wer leistet sich das? Oligarchen? Kapitalfonds? Nein. „Unsere Käufer sind Österreicher. Privatpersonen“, sagt Gottfried Layr von Lex Immobilien. 15 von 18 Wohnungen im Herzfeldhaus seien schon vergeben. Die Nachfrage ausländischer Interessenten sei coronabedingt eingebrochen, sagt Layr. Der Lockdown erschwert Besichtigungstermine.

Ähnlich sieht das Richard Buxbaum von Otto Immobilien. „80 bis 85 Prozent im Luxussegment sind heimische Käufer. Mit Pandemieende wird die internationale Nachfrage anziehen.“ Otto hat u.a. die Edel-Lofts (270 bis 500 m²) in der früheren Telegrafen Centrale am Börseplatz im Portfolio. Das teuerste Apartment kostet 11,7 Millionen Euro - Weinkeller und Conciergeservice inklusive.

Bezirke im Süden Wiens sind noch am günstigsten
Zurück zur Welt der Normalverdiener. Am günstigsten ist der Süden Wiens. Favoriten, Simmering und Liesing warten mit Durchschnittspreisen von 4300 bis 4500 Euro/m² auf. Floridsdorf spielt in ähnlicher Liga. Doch auch hier ist es überall teurer geworden. Immowelt-Sprecher Pascal Kießling rechnet mit weiter steigenden Preisen. Gründe: hohe Baukosten, begrenzter Platz, ungebrochen hohe Nachfrage.

Alexander Schönherr
Alexander Schönherr
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Mittwoch, 01. Dezember 2021
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