23.10.2021 13:41 |

Chipmangel ist schuld

Der Kampf um die knappen Konsolen

PlayStation, Xbox und Co. sind beliebt. Wer ein neues Modell will, muss allerdings oft lange warten: Lieferengpässe lassen Gaming-Fans seit Monaten verzweifeln.

Mehr als fünf Millionen Österreicher spielen bereits regelmäßig Videospiele, ein Viertel auf Konsolen. Für die Fans von PlayStation & Co. gab es aber zuletzt häufig schlechte Nachrichten: Lieferengpässe verursachen weltweit Knappheit bei den beliebten Spielgeräten, Treibstoffe und gestiegene Containerkosten verteuern den Transport.

Heuer keine Konsolen unterm Christbaum?
Dabei ist die Nachfrage gerade riesig. Ende 2020 kam nach rund sieben Jahren die neue PlayStation 5 raus, auch Sony-Rivale Microsoft brachte die Xbox Series X in den Handel. Wer allerdings eines der beiden Geräte will, muss lange warten: „Derzeit bekommen nur maximal 20 von 100 Kunden, die für eine solche Konsole anfragen, auch eine. Das liegt vor allem am weltweiten Chipmangel“, sagt Markus Geiregger vom Elektronikhändler Red Zac. Bis Weihnachten werde sich die Situation auch kaum verbessern. Für ein rechtzeitiges Geschenk unter dem Christbaum ist es daher in vielen Fällen schon zu spät.

Zwar kursieren Angebote auf Plattformen wie eBay und anderen, auch unseriöse Webshops nutzen die Verzweiflung von Konsolenfans aus. „Die Preise liegen oft 30 bis 50 Prozent über dem normalen Verkaufspreis“, so Geiregger. Einige würden etwa die PlayStation 5 sogar um 1000 Euro anbieten, dabei liegt der von Sony empfohlene Verkaufspreis „nur“ bei 500 Euro, ebenso wie bei der Xbox.

Neben den beiden Konsolen ist auch die Nintendo Switch weiter sehr beliebt. Zuletzt kam die neue OLED-Version heraus, die laut Mediamarkt einen guten Verkaufsstart hinlegte. Der japanische Hersteller, dessen legendärer Gameboy und Nintendo DS bis heute zu den am meisten verkauften Modellen aller Zeiten (siehe Grafik) gehört, punktet vor allem bei Familien. Auch Nintendo ist mit Themen wie Chipmangel etc. konfrontiert, hat derzeit aber meist gute Verfügbarkeiten zu bieten.

Gaming-Sektor schon größer als Filmindustrie
Unter den Konsolen ist die PlayStation hierzulande die beliebteste, danach folgen Nintendo-Modelle und die Xbox. Immer öfter zählen sich auch Frauen zu den Gamern. „Das ist mittlerweile relativ ausgeglichen“, so Niki Laber, Chef des Österreichischen Verbands für Unterhaltungssoftware.

Etwa 54% der Spieler sind Männer, 46% Frauen. Und Gamer werden älter: Im Schnitt sind sie 35 Jahre alt. Der globale Trend zu Videospielen zahlt sich für die Firmen aus: Weltweit steuert der Gaming-Sektor (rund 150 Milliarden Dollar) auf 200 Milliarden Dollar Jahresumsatz zu und ist damit bereits größer als die Film- oder Musikindustrie.

Peter Stadlmüller
Peter Stadlmüller
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