Ist ein Ende in Sicht?

Pandemie in Österreich: Was nun entscheidend wird

Österreich
19.10.2021 06:00

Ist ein Ende in Sicht oder eine Entwicklung wie in Rumänen, wo die Lage alarmierend ist? Die „Krone“ fragt Experte Peter Klimek.

Der generelle Zahlentrend ist ein steigender mit deutlichen Abstufungen bei den EU-Ländern - grob: von West nach Ost, korrelierend mit der Impfrate. So sind etwa auf der Iberischen Halbinsel kaum mehr Ungeimpfte zu finden.

Rumänien: Nur 35 Prozent geimpft, Spitäler am Limit
Doch je weiter im Osten, desto niedriger die Impfrate: So gibt es in kaum einem anderen Land im Verhältnis so viele Corona-Tote wie in Rumänien. Dort sind nur ca. 35 Prozent voll geimpft: Die Spitäler sind am Limit, die Intensivbetten voll, das Gros der Patienten ungeimpft. Internistin Petruta Filip berichtet der deutschen „Tagesschau“, sie habe schon lange nicht mehr so viel Tod gesehen wie jetzt - eigentlich überhaupt noch nie. Zuletzt musste Ungarn aushelfen und 50 Intensivpatienten von Rumänien übernehmen.

In Rumänien sind erst rund 35 Prozent voll geimpft - und die Spitäler am Limit: Ungarn musste schon Patienten übernehmen. (Bild: The Associated Press)
In Rumänien sind erst rund 35 Prozent voll geimpft - und die Spitäler am Limit: Ungarn musste schon Patienten übernehmen.

Aber was ist mit uns?
Horrorvorstellung. Aber was ist mit uns? Die Zahlen werden wohl weiter steigen. „Das darf man nicht überinterpretieren“, so Komplexitätsforscher Peter Klimek, „das geht einmal schneller, einmal langsamer.“ Im Vorjahr ging es jedenfalls rund um den Nationalfeiertag so richtig los, da schnellten die Zahlen hinauf. Wie das heuer wird, lässt sich noch nicht sagen: „Die Pandemie zeigt keine typische Form, die Schwankungsbreite ist groß“, sagt Klimek. Letzteres übrigens auch aus positiven Gründen: das Risikobewusstsein der Menschen, das sich bei ernsten Warnungen in einem entsprechend vorsichtigeren Verhalten niederschlägt.

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Es ist zu erwarten, dass die Zahlen weiter steigen - einmal langsam, einmal schneller. Es braucht derzeit aber keine Panik. Doch über den Berg sind wir auch noch nicht. Der saisonale Effekt sollte vollständig bis Ende November eingetreten sein.

Komplexitätsforscher Peter Klimek, CSH bzw. MedUni Wien

Klimek nennt drei Aspekte, die ausschlaggebend sind:

  • Der saisonale Effekt ist noch nicht vollständig eingetreten, hier steht uns das Gröbste noch bevor. 
  • Die Schutzwirkung der Vakzine, die nun bei jenen, die einst als Erste gestochen wurden, langsam beginnt nachzulassen - und eine Auffrischung braucht. 
  • Die Intensivbettenbelegung, die derzeit bei etwa zehn Prozent liegt: Setzt dann der saisonale Effekt ein, gehen wir schon mit hoher Auslastung in diese Zeit hinein. Ob man eine Überlastung des Gesundheitssystems bei uns denn ausschließen kann? „Rein rechnerisch können wir das nicht“, sagt Klimek. Und generell: „Nur weil es die letzten Wochen ruhig war, heißt das nicht, dass der ganze Herbst ruhig bleibt.“

Doch seien Spitalsauslastungen und Rahmenbedingungen ja regional verschieden und unsere Handhabe schneller und besser als noch im Vorjahr. Allerdings ist klar: Tut sich nichts bei der Impfquote, bleiben uns Maßnahmen wie die Maske weiter erhalten.

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