02.10.2021 06:00 |

Wegen Virus verschoben

„Ich muss ein Jahr auf meine Operation warten“

Die Liste der verschobenen Operationen wird immer länger - und schuld sind die Intensivstationen voller Corona-Patienten. Der Fall jener Krebspatientin, deren Gehirntumor-OP, wie berichtet, ständig verschoben wird, ist kein Einzelfall. Auch ein Burgenländer (59) ist verzweifelt: „Ich muss auf meinen Eingriff ein Jahr warten.“

Für Gerhard W. waren die vergangenen Monate eine Odyssee. Bereits im Dezember 2020 sind bei ihm aufgrund seiner vergrößerten Prostata körperliche Beschwerden aufgetreten. Daraufhin fuhr er in das Landesklinikum nach Wiener Neustadt (NÖ).

Für Mai 2021 war ein erster OP-Termin vorgesehen. Doch dann der Schockanruf. Herr W. wurde informiert, dass es aufgrund der angespannten Corona-Situation notwendig sei, den Termin auf September 2021 zu verschieben. Jetzt erfuhr er: Die OP muss erneut verschoben werden. Der nächste freie Termin: März 2022!

„Ich werde oft vier- bis fünfmal pro Nacht munter und leide dadurch unter extremen Schlafstörungen. Zudem haben mir die Ärzte gesagt, dass man erst bei der Operation feststellen kann, ob die Prostatavergrößerung gut- oder bösartig ist“, so der Burgenländer.

Zehn Anästhesisten fehlen
Auf Anfrage der „Krone“ hat das Land Niederösterreich sofort reagiert: Dem Patienten wird das Angebot gemacht, zeitnah einen Operationstermin in einem anderen Krankenhaus zu bekommen. Die Situation am Klinikum Wiener Neustadt ist wegen der angespannten Personalsituation (zehn Anästhesisten fehlen) derzeit äußerst schwierig. Geplante Operationen müssen daher ständig verschoben werden. Akut-Eingriffe würde man jedoch ungehindert vornehmen.

Ein weiterer Patient (Name d. Redaktion bekannt) aus Oberösterreich hat die „Krone“ kontaktiert. Er wartet seit mittlerweile sieben (!) Monaten auf einen Gesprächstermin für eine Operation seines Leistenbruchs. Zu seinem Leidensweg kommt noch hinzu: Er ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und Chemo-Patient. Als neuen Gesprächstermin wegen seines Leistenbruchs wurde ihm der Jänner 2022 in Aussicht gestellt.

Der Appell der Ärzte: „Die Impfquote muss rasch erhöht werden!“

 Kronen Zeitung
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