26.09.2021 14:35 |

Dreifachmord in Zagreb

Freimaurer distanzieren sich: „War keiner von uns“

Drei Kinder sind tot, dringend tatverdächtig der eigene Vater: In der Nacht auf Samstag soll der 56 Jahre alte gebürtige Wiener seine Tochter und die beiden Söhne in seiner Wohnung in Zagreb getötet und danach versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. Hinsichtlich der genauen Todesursache der Kinder laufen noch Untersuchungen. Auf Facebook hinterließ das angebliche Mitglied einer Freimaurer-Loge vor der Tat eine Art Abschiedsbrief, beklagte darin unter anderem mangelnde Unterstützung seiner „Brüder“. Am Sonntag meldete sich die Großloge der Freimaurer in Österreich zu Wort.

Gegen 2 Uhr früh hatten Einsatzkräfte in der Dachgeschoßwohnung des Wieners die schreckliche Entdeckung gemacht. Der vier Jahre alte Sohn des 56-Jährigen lag tot im Bett im Schlafzimmer, die beiden Zwillinge im Alter von sieben Jahren im Wohnzimmer, inmitten von Spielsachen.

Tat im Internet angekündigt
Ein Freund des 56-Jährigen hatte die Einsatzkräfte verständigt, nachdem er auf Facebook einen alarmierenden Eintrag des Unternehmers entdeckt hatte. Darin nannte der Mordverdächtige die Beweggründe für seine Taten - die Trennung von seiner aktuellen Freundin, das schlechte Verhältnis zu seiner Ex-Frau und Mutter der drei Kinder, Geldnot und die mangelnde Unterstützung seiner Freimaurerbrüder, die ihm in seiner Not letztendlich nicht mehr hatten helfen wollen.

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Die Großloge von Österreich legt Wert auf die Feststellung, dass dieser Mann kein Mitglied einer ihrer Logen ist oder war.

Die Freimaurer-Großloge von Österreich

Um Klarstellung und Distanzierung war am Sonntag die Großloge von Österreich bemüht. „Der mutmaßliche Mörder, ein Österreicher, schreibt in seinem ,Abschiedstext‘, dass ihm in seiner Not niemand geholfen habe“, hieß es via Aussendung. „Die Großloge von Österreich legt Wert auf die Feststellung, dass dieser Mann kein Mitglied einer ihrer Logen ist oder war. Er hat und hatte also mit der österreichischen Freimaurerei nichts zu tun“, wurde betont.

Ein Sprecher erklärte gegenüber der APA zudem, dass zu bedenken sei, „dass der Begriff ,Freimaurer‘ nicht geschützt ist und daher von jedem verwendet und leider auch missbraucht werden kann“. „Wenn überhaupt, dann kann er nur in einer von der internationalen Freimaurerei nicht anerkannten Loge sein.“

Wiener drohen bis zu 50 Jahre Haft
Der Wiener, der nach der Tat versucht hatte, sich das Leben zu nehmen - vermutet werden Tabletten oder Gift -, wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Wie es hieß, sei sein Zustand stabil. Er wird im Spital von der Polizei bewacht. Aus dem Krankenhaus entlassen werden könnte der 56-Jährige bereits am Montag, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender HRT. Nach der Vernehmung werde er dann einem Untersuchungsrichter vorgeführt, hieß es. Die kroatische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 56-Jährigen wegen dreifachen schweren Mordes, dem Österreicher drohen bis zu 50 Jahre Haft.

Todesursache noch nicht restlos geklärt
Die Obduktion der drei Kinder lieferte indes noch keine letztgültige Klärung der Todesursache. Die Leichen wiesen Verletzungen auf, die auf Ersticken hinweisen, allerdings werden auch noch toxikologische Untersuchungen durchgeführt. Nach Angaben des Nachrichtenportals „Index“ würden Ermittler aktuell vermuten, dass der 56-Jährige seine Kinder vergiftet und erstickt hat.

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