16.09.2021 09:15 |

DNA-Spur identifiziert

Aufregung am Dobratsch: Der Wolf ist zurückgekehrt

Aufregung herrscht am Dobratsch in Kärnten: Der Wolf ist hierher zurückgekehrt. Nach zahlreichen Rissen in Oberkärnten - wir berichteten - macht das Raubtier jetzt wieder Beute auf der Villacher Alpe. Bei einer gerissenen Gams konnten seine DNA-Spuren nachgewiesen werden. Aber nicht nur jetzt hält der Wolf Jäger auf Trab, schon in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts hat Isegrim für Unruhen gesorgt.

„Uns sind zwei Risse bekannt“, bestätigt Wolfgang Oswald, Bezirksjägermeister in Villach. Die erste tote Gams wurde vergangene Woche am Dobratsch gefunden. Die Jäger schickten Proben an ein Labor. „Es konnte mittels DNA-Analyse bestätigt werden, dass ein Wolf das Tier getötet hat“, erklärt der Jäger. Am Dienstag wurde wieder eine tote Gams entdeckt. Die Weidmänner vermuten, dass es sich bei dem Täter wieder um Isegrim handelt.

Bestätigen kann das Oswald aber noch nicht: „Wir haben die Proben erst ins Labor geschickt und warten noch auf das Ergebnis.“ 

Wolf hielt Jäger schon 100 Jahre zuvor auf Trab
Nicht nur aktuell hält der Wolf Kärntens Jäger auf Trab. Schon in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts hat Isegrim für Unruhen gesorgt. Im Jahr 1914 berichteten die Zeitungen von einem berüchtigten „Bauernschreck“ in Kärnten. Es handelte sich dabei um eine Wölfin, die das Gebiet rund um die Koralpe unsicher gemacht und zahlreiche Schafe gerissen hatte. Ein Jäger konnte das Raubtier schließlich erlegen. Der Kadaver wurde ins Landesmuseum gebracht.

„Massenmörder“ in den Dreißigerjahren
Noch monströser war der Dobratsch-Wolf in den Dreißigerjahren. Der einsame Jäger hatte binnen fünf Jahren reichlich Beute gemacht. „Es wurde festgestellt, dass dem Räuber im Wolfspelz mehr als zweihundert Gämse und Rehe, mehr als sechzig Schafe, gegen dreißig Kälber und zwei Fohlen zum Opfer gefallen sind“, wurde damals über den „Massenmörder“ berichtet.

Tier überlebte zwei Schüsse
Selbst Treibjagden konnten den Dobratsch-Wolf nicht verscheuchen. Das Tier wurde sogar zweimal angeschossen - und überlebte. Jäger und Bauern waren verzweifelt. Im Jänner 1938 wurden deshalb 64 Weidmänner und 54 Treiber alarmiert. Mit einer geschlossenen Sperrkette wurde das Tier zu den steilen Dobratschwänden gedrängt und schließlich getötet.

Das Fell des Dobratsch-Wolfes kann übrigens im Heimatmuseum in Möderndorf im Gailtal besichtigt werden.

Marcel Tratnik
Marcel Tratnik
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