24.08.2021 10:21 |

Tendenz stark fallend

Immer weniger Österreicher zum Erststich bereit

Knapp 58 Prozent der Österreicher sind bereits vollständig per Impfung gegen das Coronavirus immunisiert - für die angepeilte Impfrate von 80 Prozent zur Erreichung der Herdenimmunität im Land fehlt jedoch noch ein großes Stück, denn die Zahl der Erstimpfungen ist zuletzt drastisch zurückgegangen.

Mit Blick auf die aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums lässt sich nur bedingt optimistisch in Richtung Herbst blicken. Während die deutlich ansteckendere Delta-Variante schon im Sommer für den Beginn einer vierten Infektionswelle sorgt, ist die Impfkampagne im Land deutlich ins Stocken geraten.

Nur noch 5000 Erststiche pro Tag
Wurden Anfang Juli noch zwischen 80.000 und 90.000 Personen pro Tag geimpft, ist die Zahl in der letzten Woche auf etwa 20.000 Immunisierungen - also nur noch ein Viertel davon - gefallen. Für Gesundheitsexperten besonders besorgniserregend: Davon entfielen nur noch 5000 auf die sogenannten Erststiche.

Während dies in den Zahlen noch nicht sonderlich ins Gewicht fällt, wird man die Auswirkungen dann in einigen Wochen sehr deutlich sehen. Denn dann fallen all jene Personen weg, die aktuell bereits ihre zweite Impfdosis verabreicht bekommen.

Österreich fällt im Ländervergleich zurück
Auch im europäischen Vergleich fällt Österreich damit weiter zurück. Bei den Erstimpfungen liegt man schließlich nur noch im Mittelfeld - hinter Deutschland und Italien und weit abgeschlagen hinter Frankreich, den Niederlanden oder auch den skandinavischen Staaten.

Die Zahlen weisen dabei aber auch in Österreich große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern auf. Sind etwa in Oberösterreich, Salzburg und Kärnten nur rund die Hälfte der Bevölkerung vollimmunisiert, sind es beim Spitzenreiter Burgenland schon über 65 Prozent.

Experte drängt auf 1G-Regel
Der Infektiologe Herwig Kollaritsch sieht aufgrund der Entwicklung „zunehmend weniger Spielraum“, in gewissen Bereichen nicht auf die 1G-Regel umzusteigen. Aufgrund zahlreicher Impfskeptiker, die kaum über Aufklärung erreichbar seien, werde es ohne Eingreifen seitens der Politik nicht zu einer Verbesserung der aktuellen Corona-Situation kommen können. Das sagte er gegenüber dem Ö1-„Morgenjournal“ am Dienstag.

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