27.02.2011 13:26 |

ÖVP-Kandidat siegt

Franz Haspel ist neuer Ortschef von Unterrabnitz

Franz Haspel von der ÖVP ist der neue Bürgermeister der Gemeinde Unterrabnitz-Schwendgraben im Bezirk Oberpullendorf. Die Neuwahl am Sonntag war notwendig, weil der ehemalige Ortschef Wilhelm Heissenberger (ÖVP) im vergangenen Oktober nach dem Auffliegen einer Affäre um manipulierte Wahlkarten von seinem Amt zurückgetreten war. Haspel erreichte 59,9 Prozent der Stimmen, Gegenkandidat Johann Steinriegler (SPÖ) kam auf 40,1 Prozent.

Heissenberger hatte Anfang Oktober bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft Wahlbetrug gestanden. Der ehemalige Ortschef gab an, dass im Zuge der Landtagswahl vom 30. Mai 2010 bei 13 Wahlkarten entweder der Antrag auf Ausstellung oder auch die Wahlkarte selbst teilweise mit Unterschriftsfälschung manipuliert wurde. Er trat mit 31. Oktober von seinem Amt zurück, danach übernahm Vizebürgermeister Steinriegler die Amtsgeschäfte.

Party mit Berlakovich und Steindl
Haspel zeigte sich in einer ersten Reaktion über das Ergebnis mehr als erfreut. Er sei "erleichtert", so der neue Bürgermeister. Mit seinem Sieg habe er "nicht gerechnet, aber darauf gehofft". Er werde nun gemeinsam mit Bundesminister Niki Berlakovich (ÖVP) und Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) feiern.

SPÖ-Kandidat Steingriegler enttäuscht
Weniger Grund zum Feiern hatte am Sonntag Gegenkandidat und Vizebürgermeister Steinriegler. Er nehme das Ergebnis so zur Kenntnis, teilte aber mit, mit einem "besseren Ergebnis gerechnet" zu haben. Steinriegler habe nicht geglaubt, "dass ich so weit von der Mehrheit entfernt bin". Den Wahlsieg des ÖVP-Kandidaten trotz der Wahlbetrugsaffäre im Herbst führe er auf die ÖVP-traditionelle Gemeinde zurück. Heissenbergers Wahlbetrugsgeständnis habe "offensichtlich nicht geschadet", so Steinriegler.

Für ihn gab es bereits am Vormittag die erste Enttäuschung: Im Ortsteil Schwendgraben fielen von 125 gültigen Stimmen 56 auf ihn, 69 Personen wählten Haspel. Im Ortsteil Unterrabnitz stimmten 176 von 454 Personen für Steinriegler, 278 für Haspel.

Insgesamt wählten somit 347 Personen Haspel und 232 Personen Steinriegler. Die Wahlbeteiligung lag bei 91 Prozent. 13 Personen wählten ungültig. 650 Menschen waren am Sonntag wahlberechtigt. Bei der Bürgermeisterwahl 2007 erreichte Heissenberger 63,2 Prozent der Stimmen. SP-Kandidat Steinriegler kam auf 36,8 Prozent.

Steindl: "Position als Bürgermeisterpartei bestätigt"
Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Steindl jubelte in einer erste Reaktion: "Ich freue mich mit Franz Haspel und seinem Team über seinen Wahlerfolg. Gerade Bürgermeisterwahlen sind Persönlichkeitswahlen, das eindeutige Votum zeigt, dass Franz Haspel durch gute Arbeit das Vertrauen der Bevölkerung gewonnen hat. Erfreulich sei das Ergebnis auch für die ÖVP-Burgenland: "Wir bestätigen damit unsere Position als Bürgermeisterpartei und starke Kraft im ländlichen Raum."

Rezar dankt SPÖ-Kandidaten
Doch auch die Landes-SPÖ kann dem Wahlausgang Positives abgewinnen. Bezirksobmann Landesrat Peter Rezar spricht von einem "respektablem Ergebnis". Johann Steinriegler habe in der Gemeinde nach der aufgeflogenen Wahlfälschung des früheren ÖVP-Bürgermeisters Heissenberger Verantwortung übernommen und diese wieder in ruhiges Fahrwasser gelenkt, was gerade in dieser schwierigen Phase sehr wichtig war, betonte Rezar.

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