ÖVP-Anzeige

Zahlte Ex-Airport-Boss Eigen-PR mit Flughafen-Geld?

Österreich
24.02.2011 17:58
Wegen einer sogenannten "Schmutzkübelkampagne", mit der sich der frühere Flughafen-Wien-Chef Herbert Kaufmann angeblich im Sattel hielt, hat die ÖVP laut "Format" nun den der SPÖ nahestehenden Kaufmann wegen Verdachts der Untreue angezeigt. Der Vorwurf: Kaufmann habe die Flughafen AG bzw. deren Töchter die verdeckte PR-Kampagne zahlen lassen, die lediglich seinem persönlichen Vorteil diente. Die Kosten: eine Million Euro.

Kaufmann weist die Vorwürfe zurück: "Es hat nie ein Dirty Campaigning gegeben, daher kann man mir auch nichts vorwerfen", erklärt er: "Das ist ein Sturm im Wasserglas." Keine der kolportierten Aktionen wie etwa die Negativ-PR durch Peter Hochegger gegen das Land Niederösterreich sei unter seiner Ägide umgesetzt worden. Niederösterreich ist einer der Hauptanteilseigner am Flughafen und kann damit Einfluss auf die Besetzung des Chefpostens nehmen. Angeblich sollten die Entscheidungsträger derart abgelenkt, verunglimpft und beschäftigt werden, dass sie gar nicht auf den Gedanken kämen, Kaufmann abzusetzen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

"Hier braucht es eine lückenlose strafrechtliche Aufklärung", sagt VP-Niederösterreich-Geschäftsführer Gerhard Karner dem Magazin zufolge: "Wir schauen nicht tatenlos zu, wenn ein Leitbetrieb mit Vorsatz geschädigt wird." Kaufmann habe laut Strafanzeigen-Text "möglicherweise das Verbrechen der Untreue begangen".

Eine Million Euro Honorar verdeckt gezahlt?
Richtung Hochegger flossen demnach von 2004 bis 2010 über eine Million Euro. Laut "Format" waren monatlich 20.000 Euro Honorar vereinbart. Die Summe wurde verdeckt über in- und ausländische Flughafen-Töchter ausbezahlt. Rund 500.000 Euro überwies die Betreiberfirma des Flughafenzuges CAT, die zu 51 Prozent dem Flughafen und zu 49 Prozent den ÖBB gehört. Kleemann betonte vorige Woche, dass der CAT einen ganz normalen PR-Auftrag an Hochegger.Com vergeben hatte, wie auch aus den zahlreichen Presseaussendungen der Agentur im Auftrag des CAT ersichtlich sei. Auch die CAT-Geschäftsführung selbst verteidigte die 500.000 Euro Beraterhonorar für die PR-Agentur: "Sämtliche Leistungen und Zahlungsvorgänge sind dokumentiert, transparent und eindeutig nachvollziehbar", hieß es vorige Woche.

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