04.08.2021 15:40 |

Olympia-Klettern

Finale! Jessica Pilz im Vorstieg nicht aufzuhalten

Österreichs zweites Sportkletter-Ass hat es Jakob Schubert gleichgemacht und ist in das Finale des ersten Olympia-Bewerbs dieser Sportart eingezogen. Jessica Pilz wurde am Mittwoch unter 20 Athletinnen Sechste der Qualifikation, die Top acht erreichten die für Freitag (ab 10.30 Uhr MESZ) angesetzte Medaillenentscheidung. Die Niederösterreicherin wurde Neunte im Speed, Elfte im Bouldern und Zweite im Lead. Das ergab nach Multiplikation eine Gesamtanzahl von 198 Punkten.

„Das große Ziel war, in die Top acht zu kommen“, resümierte Pilz gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. Schubert war am Vortag Vierter geworden. „Ich bin ganz zufrieden. Im Speed habe ich meine ‘personal best‘ aufgestellt (8,51 Sek., Anm.). Im Lead (33+) habe ich alles gegeben, was ich gehabt habe und es ist voll gut aufgegangen. Im Bouldern (1 Top) hätte es eine Spur besser laufen können, da war ich bei zwei Bouldern knapp und habe bei einem zu spät gecheckt.“

Umso mehr, als die 24-Jährige in der unmittelbaren Vorbereitung durch eine Ringbandverletzung beeinträchtigt gewesen war. „Ich habe sechs Wochen nur Reha gemacht, gar kein Training. Gerade im Lead-Training habe ich es extrem gemerkt, weil eben das Ausdauertraining abgegangen ist“, gab Pilz an. Im Speed habe sie am längsten Pause machen müssen, da es für den Finger am aggressivsten sei. „Aber nach zwei, drei Einheiten ist es wieder zurück gewesen, weil die Bewegungen automatisiert sind.“

“Bisschen unsicher“
In den anderen Disziplinen merke sie aber, dass noch etwas fehle. Auch sei sie im Wettkampf im Bouldern in einer Situation an die Verletzung erinnert worden. „Beim Bouldern war ich einmal ein bisschen unsicher, weil es im Kopf war, weil es ein Zug war, wie die Verletzung passiert ist. Aber im Endeffekt habe ich den Finger nicht gespürt.“ In Kopf habe sie vor dem Bewerb eine lockere Einstellung gehabt. „Es hat sich wie ein jeder anderer Wettkampf angefühlt.“

Freilich ging die über fast fünf Stunden gegangene Konkurrenz an die Substanz. „Ich habe dann zum Schluss raus nach der Boulder-Runde gemerkt, dass es extrem zieht. Die Boulder-Runde war am zähesten“, meinte die Wahl-Innsbruckerin. „Es ist einfach mental und physisch sehr anstrengend für den Körper. Weil normal bist du nach einer Runde fertig mit dem Wettkampf und jetzt musst du alle drei hintereinander machen.“ Nun habe sie aber für das Finale auch Wettkampfpraxis gesammelt.

Qualifikationsbeste im Aomi Urban Sports Park nach den drei Teilbewerben war die slowenische Titelkandidatin Janja Garnbret. Schnellste im Speed war Aleksandra Miroslaw, sie blieb als einzige Athletin unter sieben Sekunden. Die Polin hätte sich mit einer Zeit von 6,97 Sek. fast den Weltrekord geholt. Auf die Marke der Russin Julia Kaplina fehlte ihr nur eine Hundertstel. Im Bouldern gewann Garnbret, sie hat alle vier Tops erreicht. Im Lead kletterte die Südkoreanerin Seo Chaehyun am höchsten.

Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen:

Im Finale geht es wieder bei Null los, der Speed-Bewerb wird im K.o.-System ausgetragen. Neben Pilz, Garnbret, Miroslaw und Seo haben sich noch die Französin Anouck Jaubert, die US-Amerikanerin Brooke Raboutou sowie die Japanerinnen Akiyo Noguchi und Miho Nonaka qualifiziert.

krone Sport
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