Ärzte „fassungslos“

Impfung in Apotheken „hat sich endgültig erledigt“

Österreich
31.07.2021 10:55

Die Ärztekammer möchte einen Schlussstrich unter die Debatte ziehen, auch in Apotheken gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Besonders das Angebot einer esoterischen „Impfausleitung“ stößt der Interessensvertretung sauer auf - es handle sich dabei um „fragwürdige Geschäftemacherei“.

„Das Thema Impfen in Apotheken hat sich nun endgültig erledigt“, meinte Johannes Steinhart, Ärztekammer-Vizepräsident, am Samstag in einer Aussendung. Stein des Anstoßes war eine Aussage von Apothekerkammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayer, die gegenüber dem „Standard“ pro Impfung ein Fläschchen „Salzlösungs-Drops“ empfahl, um Nebenwirkungen und etwaige Langzeitfolgen zu verhindern.

Kritik an „Ausleitung von Impfstoffen“
„Ich bin enttäuscht, dass die Apothekerkammerpräsidentin trotz ihrer verantwortungsvollen Aufgabe hier den evidenzbasierten Boden verlässt“, kommentierte Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres die Empfehlung zur „Ausleitung von Impfstoffen“.

Das konkret gemeinte Produkt wirbt etwa mit einer Wirkung durch „Schwingungsübertragung“. So soll etwa „das Immunsystem und Energiefeld des Menschen bei den unterschiedlichen Herausforderungen im Rahmen einer Impfung“ unterstützt werden.

„Brauchen solide Medizin“
„Wir kämpfen seit über einem Jahr gegen eine Pandemie, sehen deren hässliche Fratze täglich in unseren Spitälern und Ordinationen. Alle gemeinsam kämpfen für eine möglichst hohe Durchimpfungsquote und vor allem gegen Fake News und Verschwörungstheorien“, so Steinhart. Die Mediziner forderten daher eine umgehende „Klarstellung“ der Apotheker. Es brauche in Zeiten der Pandemie „keine Geschäftemacherei, sondern solide Medizin und die Impfung bei Ärztinnen und Ärzten“.

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