Pröll erklärte im ORF Radio, dass bei einem Abgehen von der Wehrpflicht die jungen Menschen für die Sicherheit des Landes, aber auch für den Zivildienst fehlen würden. "Es spricht deswegen mehr für den Erhalt der Wehrpflicht, als dagegen."
Cap kritisierte Pröll für diese Festlegung, sie stehe im Widerspruch zur Linie, zunächst über die Sicherheitsdoktrin zu reden - ein Vorwurf, den bisher die ÖVP gegenüber der SPÖ erhoben hatte. Einen Graben zwischen Fischer und der SPÖ sah Cap nicht, die abweichende Auffassung sei "wohlbegründet".
Fischer: "Berufsheer letzten Endes teurer"
Fischer hatte am Freitag erklärt, die Wehrpflicht sei zwar nicht das einzig akzeptable Modell, genauso wenig könne man das aber von einem Berufsheer behaupten. "Es gibt viele Hinweise darauf, dass ein Berufsheer letzten Endes teurer sein würde", so der Oberbefehlshaber des Militärs.
Eine volle inhaltliche Bestätigung der Argumente der FPÖ durch Fischer ortete FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Das Staatsoberhaupt habe Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) eine Lektion in Sachen ganzheitlicher Argumentation und staatspolitischer Verantwortung erteilt.
Strache: Darabos gescheitert und rücktrittsreif
Auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ritt erneut heftige Attacken gegen Darabos. Der Minister sei gescheitert und rücktrittsreif, wetterte Strache am Samstag. Die SPÖ und Teile der ÖVP würden einen NATO-Beitritt Österreichs betreiben, die FPÖ sei das einzige Bollwerk für die Erhaltung der Neutralität. Österreich solle sich aus allen internationalen Konflikten heraushalten, die Neutralität müsse wieder verstärkt werden, forderte der FPÖ-Obmann.
Die NATO diene nicht der Friedenssicherung, sondern der Durchsetzung amerikanischer Interessen, ein Beitritt Österreichs komme daher überhaupt nicht in Frage. Strache wiederholte seine Befürchtungen, dass bei einer Abschaffung der Wehrpflicht künftig Nicht-Österreicher ins Bundesheer aufgenommen werden könnten.
BZÖ für Berufsheer, Grüne für Volksentscheid
BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner wiederum kritisierte die "Blockadehaltung" Fischers. Ebner forderte ein Freiwilligenheer und den NATO-Beitritt Österreichs. Der Grüne Peter Pilz verlangte neuerlich eine Entscheidung über die Wehrpflicht durch Volksentscheid noch vor dem Sommer.









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