21.07.2021 17:03 |

Operation OPSON X

Aktion scharf: Gepanschter Honig in Wien entdeckt

Bei einer internationalen Polizeiaktion gegen den Handel mit gefälschten und minderwertigen Lebensmitteln sind in den vergangenen eineinhalb Jahren weltweit 15.451 Tonnen illegaler Produkte im Wert von rund 53,8 Millionen Euro beschlagnahmt worden. Eine Aktion konzentrierte sich auf gefälschten Honig, auch in Österreich wurde dabei in untersuchten Proben Fremdzucker nachgewiesen.

Hierzulande wurden im Rahmen der Operation 20 Proben entnommen, hieß es auf APA-Nachfrage beim zuständigen Wiener Marktamt (MA 59). In zwei Fällen sei im Rahmen der Aktion OPSON X Fremdzucker gefunden worden, teilte Europol mit. Beide Proben hatten zudem eine falsche Kennzeichnung hinsichtlich ihres botanischen Ursprungs.

Bei den zwei beanstandeten Proben Akazien- und Thymianhonig waren als Ursprungsland Türkei bzw. Kreta angegeben. Jener aus der Türkei wurde in Wien beanstandet, hier wurden laut Marktamt beim Importeur drei Nachfolgeproben gezogen - auch diese waren verfälscht.

Täuschung „völlig inakzeptabel und strafbar"
Der Fremdzuckeranteil weise auf eine Zugabe von Zuckersirup hin, informierte die MA 59. Dabei handle es sich entweder um Fütterungsanteile oder um einen gezielten Zusatz von Zuckersirup. Gemäß der Honigverordnung (BGBl II Nr. 40/2004 idgF) müsse „Honig“ ausschließlich aus Honig bestehen. „Fremdzuckeranteil ist weder schädlich noch gefährlich beim Konsum, eine Täuschung der Konsumenten aber natürlich völlig inakzeptabel und daher strafbar“, betonte das Marktamt.

Kennzeichnungsmängel beanstandet
Fünf der geprüften 20 Proben waren aufgrund unterschiedlicher, allgemeiner Kennzeichnungsmängel, wie etwa unzulässige Bezeichnung des Lebensmittels, fehlende Angabe der Aufbewahrungsanweisungen, Nicht-Einhaltung der Sichtfeldregelung und fehlende Nähe des Mindesthaltbarkeitsdatums zu den Aufbewahrungsanweisungen, zu beanstanden. Zwei Hinweise betrafen die Angabe des Ursprungslandes gemäß Honigverordnung.

Seit 2019 42 kriminelle Netzwerke zerschlagen
International wurden bei der Operation von Dezember 2019 bis Juni 2021 insgesamt 663 Haftbefehle verfügt und mehr als 2400 Hausdurchsuchungen durchgeführt. 42 kriminelle Netzwerke seien bei der von Europol und Interpol koordinierten Aktion zerschlagen worden. Die zehnte OPSON-Operation umfasste Strafverfolgungsbehörden aus 72 Ländern, darunter 26 EU-Mitgliedstaaten.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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