Sorgen von Olympia

Lobnig: „Das ist meine Horror-Vorstellung“

Sport-Mix
15.07.2021 09:02
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Auch wer geimpft ist, kann einen positiven Coronatest abgeben. Und das ist es dann mit dem Antreten bei den Olympischen Spielen gewesen. Dessen ist sich auch Österreichs Team bewusst. "Das ist meine Horror-Vorstellung: ich komme hin, und weil einer von uns positiv ist, müssen alle in Quarantäne. Oder ich bin falsch-positiv", so Magdalena Lobnig.

Zu denken gibt ihr, dass ein geimpfter serbischer Ruderer Anfang Juli vor Ort positiv getestet worden ist und auch seine Teammitglieder für 14 Tage in Quarantäne mussten, so auch eine ihrer Einer-Rivalinnen. Lobnig: „Sie kann kein Fenster aufmachen, hat keinen Ergometer im Zimmer, macht nur Push-Ups und Jumps.“

Gregor Högler, der Trainer von Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger, sagt: „Wovor ich am meisten Respekt und eigentlich Angst habe, ist der letzte PCR-Test. Wenn da was ist, war es das.“ Die tägliche Testpflicht, dazu die zu erwartenden Dopingtests werden die Aktiven beschäftigt halten.

Siebenkämpferin Ivona Dadic weiß, was es heißt, vor einem großen Wettkampf einen positiven Coronatest abzugeben, sie erhielt im September 2020 auf der Anreise zum Diamond-League-Meeting nach Brüssel den Anruf. „Ich hatte jetzt noch Antikörper, habe mich impfen lassen und bin weiterhin vorsichtig. Wenn ich alles mache, um es zu verhindern, und es trotzdem passiert, dann hat man wahrscheinlich ganz großes Pech“, sagte sie.

Auch wenn man aufpasst und sich relativ sicher ist - ganz sicher sein kann man sich nie: „Es ist immer spannend, auf sein Ergebnis zu warten. Neben der regulären Ergebnisliste werden wir die PCR-Ergebnisliste haben“, sieht es Segler Thomas Zajac auf sich zukommen. Kollegin Tanja Frank reiste ohne mulmiges Gefühl nach Japan. „Ich fühle mich sicher mit den ganzen Vorkehrungen. Wir machen jeden Tag einen Test, sind in unserer eigenen Bubble.“ Sie habe die Richtlinien im sogenannten Playbook gelesen, nehme an, dass bis zu 80 Prozent geimpft sein werden.

Vorsicht ist schon vor Abflug geboten
Elisabeth Eberl, Trainerin von Speerwerferin Victoria Hudson, wird sich mit ihrer Athletin bis zum Abflug am 26. Juli isolieren. „Nur noch zum Training gehen und das war es. Das ist so was Wichtiges, da darf halt einfach nichts mehr sein, wir müssen wirklich aufpassen.“ So sieht das auch Flachwasser-Kanutin Ana Roxana Lehaci: „Wir treffen nicht Gott und die Welt, bleiben bei Familien und Freunden. Da passen auch sie sehr gut auf, da sie wissen, dass es für uns um viel geht.“

Schon seit Anfang vergangener Woche sind die Wildwasser-Kanuten vor Ort, zunächst mussten sie in Quarantäne. „Mit meiner Mentaltrainerin arbeiten wir daran, dass man sich da Sachen bereithält, die uns auch im Hotelzimmer auf Trab halten“, hatte Kajak-Fahrer Felix Oschmautz vor dem Abflug gemeint. „Man kann an einem Tag gut damit umgehen, dann fällt einem wieder die Decke auf den Kopf.“ Die Hotel-Bubble sei für die Kanuten noch leichter zu verkraften, da das Training outdoor stattfindet.

Und selbst der Umzug ins Olympische Dorf sieht der Kärntner ob der Lage dann schon als Höhepunkt an. „Das sind so kleine Zwischenziele, die man sich steckt und womit man ein bisschen Abwechslung reinbringen kann.“ Canadier-Athletin Nadine Weratschnig wiederum habe sich sehr gut auf die Corona-Problematik eingestellt, Kajak-Kollegin Viktoria Wolffhardt möchte sich so wenig Gedanken wie möglich darüber machen: „Ich lasse mich nicht verrückt machen.“

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