„Ausbeuter-Methoden“

Wiener Arbeitgeber zahlt Gehalt pro Minute aus

Wien
26.06.2021 16:47
Eine zweifelhafte Praxis aus England schwappt nach Wien über: 1-Minuten-Arbeitsverträge. Um Geld zu sparen, wird pro 60 Sekunden abgeleisteter Arbeit abgerechnet, wie der Fall einer Regalbetreuerin zeigt. Laut Rechtsexperten sind solche Methoden illegal. Dennoch könnte diese Vorgehensweise bald häufiger auftreten.

Die betroffene Wienerin schlichtete in einer Drogerie Waren ein. Ihr Arbeitgeber war eine Firma, die auf Auslagern von Geschäftsprozessen spezialisiert ist. Diese gab der Frau einen Vertag mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 1 Minute und einem Gehalt von 0,13 Euro je 60 Sekunden. Tatsächlich arbeiten mussten sie mehr als 40 Wochenstunden, und zwar auf Abruf. Durch den Vertrag wollte sich der Arbeitgeber den Mehrstundenzuschlag (25 %) ersparen.

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Es kommt immer öfters zu haarsträubenden Praktiken. Die 1-Minuten-Arbeitsverträge sind nur die Spitze des Eisbergs

Wiener AK-Präsidentin Renate Anderl

Weil ihr zudem auch kein Kranken- oder Feiertagsentgelt bezahlt wurde, wandte sich die Betroffene an die AK. Nach einer Klage lenkte die Firma ein und zahlte der mittlerweile ehemaligen Mitarbeiterin die ausstehenden Beträge von knapp 1590 Euro nach. AK-Rechtsexperte Ludwig Dvorak befürchtet, dass derartige „Ausbeuter-Methoden“ aber einreißen könnten, weil der Gesetzgeber die Strafen für solche Verstöße herabsetzen wolle.

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