Letztes Bayern-Spiel

Alaba vor Abschied: „Mundl“ und der Inspektor

Die Spitznamen „Mundl“ und „Bezirksinspektor Stockinger“ erhielt David Alaba, der am Samstag sein letztes Spiel für die Bayern bestreitet, in München vom langjährigen Mediendirektor Markus Hörwick. Der PR-Vollprofi, der 1983 als erster hauptamtlicher Pressesprecher der deutschen Bundesliga an der Säbener Straße begann, lächelt: „Ich nenne ihn immer noch so. Und für ihn bin ich weiter der Inspektor.“

Der frühere Journalist und Jugendspieler des FC Bayern blickt auf die Samstag mit dem Heimspiel gegen Augsburg endende Bayern-Zeit von Alaba zurück: „Schon ein Jahr bevor David mit 17 aus der Jugend zu uns kam, schwärmte Hermann Gerland von ihm.“ Der Talentespäher, der auch Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller entdeckt hatte, meinte: „Der wird Weltklasse, wenn er auf dem Teppich bleibt.“

Hörwick erzählt: „Ich habe mitgeholfen, David an die große Welt heranzuführen. Er war ein bescheidener, zurückhaltender und fast schüchterner Bursche. Das ist er teilweise heute noch. Ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen, habe ihn Schritt für Schritt mit Medien- und Öffentlichkeitsarbeit vertrauter gemacht.“ Die Arbeit zahlte sich aus. Hörwick sagt: „David wurde mit der Zeit einer der nettesten und charmantesten Interviewpartner. Wenn er mit seinem Wiener Dialekt loslegte, ging vielen das Herz auf.“ Das sah man auch bei einer legendären Pressekonferenz im März 2016. Hörwick verließ das Podium ganz kurz, um ein wichtiges Telefonat entgegen zu nehmen Davids Reaktion: „A Wahnsinn, der geht einfach aussi, oida. Der erlaubt sich was, lässt mich einfach allein hier sitzen.“ So ein schallendes Gelächter erlebte der Pressesaal des FC Bayern selten. In den sozialen Netzwerken gab es dafür innerhalb von zwei Stunden 700.000 Likes.

Sehr beliebt waren bei den Fans auch die Streiche von Alaba und Franck Ribery. „Sie haben“, nickt Hörwick, „außerhalb des Rasens keinen Blödsinn ausgelassen. Auf dem Platz waren sie aber das beste Linksduo, das es damals im Weltfußball gegeben hat. Bei ihnen war es Liebe auf den ersten Blick. Sie haben perfekt zusammengepasst.“

„Einer der besten Spieler der Vereinsgeschichte“
Hörwick unterstreicht: „David hat beim FC Bayern eine Weltkarriere hingelegt, ist einer der besten Spieler der Vereinsgeschichte.“ Die gescheiterten Vertragsverhandlungen von Alaba mit der Klubführung betrachtete er nur aus der Ferne: „Sein Berater Zahavi stellte folgende Rechnung auf. David kam aus der eigenen Jugend, kostete nie Ablösesumme. Lucas Hernandez kam für 80 Millionen Euro von Atletico Madrid, bekam ein sehr hohes Gehalt, war aber nicht Stammspieler, David schon. Dass Zahavi dieses Ungleichgewicht etwas ausgleichen wollte, kann ich ein Stück weit nachvollziehen. Dass in Corona-Zeiten solche Forderungen natürlich happig sind, ist aber auch klar.“

Alabas Zukunft in Spanien sieht Hörwick so: „David wird es überall packen, da habe ich keinen Zweifel. Die Menschen werden ihn lieben. Es ist nur schade, dass sie seinen Dialekt nicht verstehen.“

Matthias Mödl
Matthias Mödl
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Samstag, 16. Oktober 2021
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