01.05.2021 12:49 |

Nach Rekordflug

Mars-Hubschrauber soll bei Suche nach Leben helfen

Nach Startschwierigkeiten konnte der Mars-Hubschrauber „Ingenuity“ am Freitag einen Rekordflug zurücklegen. In vier Meter Höhe gelangte das Flugobjekt 133 Meter Richtung Süden und wieder zurück. Aufgrund des Erfolgs wird seine Mission nun verlängert - er soll damit auch den kürzlich gelandeten Rover bei der Suche nach Leben unterstützen.

Extreme Temperaturwechsel, eine sehr dünne Atmosphäre - die Flugbedingungen auf dem Mars sind für irdische Gegebenheiten denkbar ungünstig. Dies machte auch „Ingenuity“ bei seinem vierten Startversuch zu schaffen - erst am Donnerstag musste ein entsprechender Versuch abgebrochen werden. Doch am Freitag gelang das Vorhaben schließlich doch: Wie die NASA mitteilte, war der 1,8 Kilogramm leichte Helikopter knapp zwei Minuten (exakt 117 Sekunden) auf dem Mars unterwegs.

Weitere Erkundungsflüge geplant
Aufgrund
des Erfolgs soll seine eigentlich nur für 30 Tage angesetzte Mission nun kurzerhand verlängert werden. Der Hubschrauber soll künftig das Landegerät „Perseverance“ bei dessen Suche nach Spuren von vergangenem mikrobiellen Leben auf dem Mars helfen und für den Rover aus der Luft das Gelände erkunden. Dies könnte nun auch weitere, spannende Bilder vom „Roten Planeten“ liefern - eine kleine Vorschau darauf lieferte die NASA bereits auf Twitter.

Die Forscher der US-Raumfahrtbehörde NASA erhoffen sich zudem Erkenntnisse darüber, inwieweit Mini-Hubschrauber Erkundungsmissionen auf fremden Planeten unterstützen können.

Erstes Luftfahrzeug auf fremden Planeten
In der vergangenen Woche war „Ingenuity“ zum ersten Mal abgehoben - und hatte damit als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Danach war der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene Helikopter noch zwei weitere Male geflogen - weiter und schneller als zuvor.

„Ingenuity“ hält sich in den bis zu minus 90 Grad Celsius kalten Nächten mit einem solarbetriebenen Heizgerät warm. Es sei jedoch unsicher, „wie viele Zyklen von Gefrieren und Auftauen er durchhält, bevor etwas kaputtgeht“, erklärte NASA-Chefingenieur Bob Balaram.

Wegen der dünnen Atmosphäre, die grob nur ein Prozent so dicht ist wie die auf der Erde, müssen die Rotoren zudem auf 2537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen - ein Vielfaches dessen, was Hubschrauber auf der Erde erreichen. Die Energie für diese Kraftanstrengung zieht „Ingenuity“ aus seiner durch Sonnenstrahlen gespeisten Batterie.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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