18.04.2021 13:31 |

„Zukunftslösung“

MAN-Werk in Steyr: IV-Chef hofft weiter auf Wolf

IV-Präsident Georg Knill hofft auf ein Weiterbestehen des Standorts Steyr, den MAN schließen will. „Absolut“ gebe es noch eine Perspektive für den Standort, sagte Knill in der ORF-„Pressestunde“. Die Belegschaft hatte den Plan von Manager und Investor Siegfried Wolf mit großer Mehrheit abgelehnt, der IV-Chef lobte ihn aber als „Zukunftslösung“. „Ich glaube es werden Wege zurück an den Verhandlungstisch führen“, hoffte Knill, dass Wolf doch noch ins Steyr-Boot geholt werden könnte.

Eine Staatsbeteiligung schloss Knill wie bereits am Freitag gegenüber den „Salzburger Nachrichten“ aus. Er verstehe die Enttäuschung der Mitarbeiter über MAN über den „Paukenschlag“ des Verkaufs oder Ende des Standorts. MAN wolle den Standort wegen „Ineffizienzen“ und einem „Mangel an Wettbewerbsfähigkeit“ schließen. Die Frage der Standortgarantie müssten Rechtsanwälte klären. Wolf habe „ein wirklich gutes Konzept, es wäre ein Segen für die Region“. MAN zeige, dass es eine aktive Standortpolitik brauche, die es in den vergangenen Jahrzehnten nicht ausreichend gegeben habe.

Wiederaufbauplan „Schub aus der Krise“
Den von der Regierung angekündigten Wiederaufbauplan lobte Knill - er ist seit Juni IV-Chef - neuerlich. Bei den bei der EU eingereichten Punkten - die nur zum Teil öffentlich bekannt sind -, würden Punkte rund um Digitalisierung, Ökologisierung und Bildung für einen „Schub aus der Krise“ sorgen können. Knill hob 100 Mio. Euro für Wasserstoffprojekte, „einiges“ im Automotive-Sektor und fast 200 Mio. Euro für den Bildungsbereich hervor.

Knill will Wachstum und niedrigere Lohnnebenkosten
Von der am Montag startenden Regierungsklausur erwartet sich Knill einiges zum Thema „Comebackplan“. Es gehe darum, Chancen die sich auf dem globalen Markt auftun, bestmöglich für Österreich und seine Menschen zu nutzen. „Die Welt wird heuer um sechs Prozent wachsen. Das ist eine Chance, überproportional an diesem Aufschwung teilhaben zu können.“ Die Kosten, die durch die Corona-Krise verursacht worden seien, könnten „durch Wachstum zurückverdient“ werden. Knill forderte eine Senkung der Lohnnebenkosten im Rahmen des „Comebackplans“.

Forderung nach Senkung der Körperschaftssteuer erneuert
Die Investitionsprämie sei eine der wichtigsten konjunkturbelebenden Projekte der Bundesregierung. Diese ist Ende Februar ausgelaufen und könnte verlängert werden. Nach den Liquiditätshilfen im Zuge der Coronahilfen brauche es nun neue Hilfen: „Es benötigt jetzt eigenkapitalstärkende Maßnahmen.“ Knill erinnerte hierbei an eine in Aussicht gestellte Senkung der Körperschaftssteuer, eine Langzeitforderung der Industriellenvereinigung.

ÖBAG: Werden aus Vorgängen lernen
Zurückhaltend zeigte sich Knill auf Fragen zur ÖBAG und deren Chef Thomas Schmid. Die politische Kultur sei derart abgesunken, dass man sich frage was hier passiere. Schmid gehe nächstes Jahr als Alleinvorstand. Man werde aus den Vorgängen lernen und es nächstes Mal besser machen. Zum WKÖ-Kontrollbericht sagte Knill, dass Präsident Harald Mahrer „der Sache entsprechend nachgeht und das abstellt“.

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