15.04.2021 20:04 |

Kanzlerkandidatur

CDU-Spitzenpolitiker drängen Söder zur Aufgabe

Im Ringen um die Unions-Kanzlerkandidatur in Deutschland ist es nun zu einem Schlagabtausch führender CDU-Politiker gekommen. Nachdem Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff indirekt von CDU-Chef Armin Laschet abgerückt war, forderte Schleswig-Holsteins Landeschef Daniel Günther am Donnerstag seinerseits CSU-Chef Markus Söder zur Aufgabe auf.

Söder habe gesagt, dass er ohne Groll die Kandidatur des CDU-Vorsitzenden unterstützen wolle, sollte dieser die Rückendeckung der CDU-Gremien erhalten, sagte Günther dem „Spiegel“. Dies sei am Montag geschehen. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass das Wort eines CSU-Vorsitzenden und bayrischen Ministerpräsidenten gilt. Langsam wird es aber Zeit, diese klare Zusage auch einzulösen“, fügte Günther hinzu. Auch die CDU-Vizevorsitzende Julia Klöckner setzte sich für Laschet als Kanzlerkandidat der Union ein.

CDU präsentiert sich gespalten
Haseloff hatte mit einem Interview mit dem „Spiegel“ für Aufregung gesorgt, weil er erklärte, dass die Wahl des Kanzlerkandidaten von Popularitätswerten abhängig gemacht werden sollte. Söder hatte die Forderungen Laschets und der CDU nach einer schnellen Klärung der „K-Frage“ mit dem Argument zurückgewiesen, dass man mehr Zeit brauche, um in die CDU „hineinzuhorchen“. Die CSU setzt darauf, dass im Laufe der Tage mehr CDU-Spitzenpolitiker Laschet die Unterstützung entziehen. In der Unionsfraktion hatten sich auch etliche CDU-Politiker für Söder ausgesprochen.

Junge Union fordert Ende der „Selbstzerfleischung“
Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, forderte beide Parteichefs auf, sich bis zum Wochenende zu einigen. „Wenn die Selbstzerfleischung so weitergeht wie die letzten Tage, sorgen sie gemeinsam dafür, dass in Zukunft von CDU und CSU nicht mehr viel übrig ist“, sagte er „Bild“. Laschet und Söder sollten sich bis Samstag einigen.

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