31.12.2010 08:12 |

Rekord-Regenfälle

Tausende Australier auf der Flucht vor den Fluten

Über 200.000 Menschen sind mittlerweile von den schweren Überschwemmungen im Nordosten Australiens betroffen. Das Wasser bedeckt mittlerweile eine Fläche, die größer ist als Frankreich und Deutschland zusammen. 22 Städte und Gemeinden stehen entweder vollständig unter Wasser oder sind von der Außenwelt abgeschnitten. Das Hochwasser sei "ohne Zweifel eine Tragödie beispiellosen Ausmaßes", sagte die Ministerpräsidentin des am schlimmsten betroffenen Bundesstaates Queensland, Anna Blight.

Tausende Menschen mussten bisher vor dem Hochwasser fliehen. Allein bei der Evakuierung der Stadt Emerald, wo die Strom- und Trinkwasserversorung nicht mehr gesichert war, wurden in den vergangenen 24 Stunden rund 1.000 Menschen von den Rettungskräften in drei dafür eingerichtete Auffangzentren gebracht. In den Tagen zuvor waren bereits zwei andere Städte evakuiert worden.

Die schweren Regenfälle der vergangenen Tage hatten am Freitag zwar größtenteils nachgelassen, allerdings stiegen die Pegel der Flüsse vielerorts noch an. Blight hatte bereits davor gewarnt, dass das Hochwasser in den überschwemmten Gemeinden noch über eine Woche anhalten könne. Die Beseitigung der Schäden werde vermutlich Milliarden kosten.

Premierministerin verspricht finanzielle Hilfe
Blight hatte bereits einen Hilfsfonds in der Höhe von einer Million australischen Dollar (764.000 Euro) für die Überschwemmungsopfer angekündigt. Die australische Ministerpräsidentin Julia Gillard versprach die gleiche Summe aus Bundesmitteln. "Bevor das Wasser zurückgeht, werden wir nicht wissen, wie viel Schaden es angerichtet hat", sagte Gillard. "Queensland und die Bundesregierung werden die Infrastruktur aber gemeinsam wieder aufbauen."

300 Millionen Euro Schaden in Landwirtschaft
Insgesamt wurden in Queensland wegen der Überschwemmungen zahlreiche Straßen für den Verkehr gesperrt, darunter auch wichtige Fernverbindungen. In der Landwirtschaft habe der Regen bereits Schäden in Höhe von umgerechnet 300 Millionen Euro angerichtet, sagte Brent Finaly, Präsident der Farmer-Lobby-Gruppe AgForce. Viele Bauern hätten ihre gesamte Ernte verloren. "Diese Ernte hat vor zwei Monaten fantastisch ausgesehen", sagte Finaly. Erst kürzlich seien viele der Farmer von einer Dürre schwer getroffen worden.

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