Rätseln im Spital

Staatsanwaltschaft prüft Irrtum bei Prostata-OP

Wie es zur Verwechslung zweier Gewebeproben kam, die einem gesunden Mann die Prostata kostete und einem tatsächlich Krebskranken eine rasche Therapie, ist dem Linzer Kepler-Klinikum ein Rätsel. Der Ärztliche Direktor erhofft sich nun externe objektive Aufklärung durch die Staatsanwaltschaft Linz.

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Am Sonntag bestätigte die Führung des KUK den „Krone“-Bericht über die unglaubliche Patienten-Verwechslung im Spital – einen Bericht, der sich ohnehin auf die Angaben des ärztlichen Direktors Karl-Heinz Stadlbauer stützen konnte.

Staatsanwaltschaft ermittelt
Bei bloß 155 Prostata-Biopsien (Entnahmen von Gewebeproben mittels Stanze) im Vorjahr im KUK sollte man eigentlich nicht mit Verwechslungen rechnen müssen. Auch akribische Recherchen hätten nichts zutage gefördert, was das erklären könnte, heißt es. Die im November entnommenen Gewebeproben der Männer sind damals noch zur Universitätsklinik Erlangen (Deutschland) geschickt worden. Ob die Verwechslung womöglich dort passiert sein könnte, soll nun die Staatsanwaltschaft Linz klären. Aufgedeckt wurde sie jedenfalls in Linz, am KUK selbst, von Pathologie-Leiter Rupert Langer. Der wunderte sich bei der routinemäßigen Operations-Nachkontrolle nämlich, dass keine Krebszellen in der herausoperierten Prostata zu finden waren.

Der SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder sieht sich durch diese Causa in seiner Forderung nach einer tiefgreifenden Analyse der Spitalsreform des Landes bestätigt - etwa in ihren Auswirkungen auf die Situation der Pathologie.

Seit dem 1. Dezember 2020 ist Karl-Heinz Stadlbauer Ärztlicher Direktor am KUK. Im Prostata-Fall setzt er sehr auf Transparenz.

„OÖ Krone“: Sie gehen sehr transparent mit diesem zuerst als fundiertes Gerücht an die „Krone“ herangetragenen Verwechslungsfall in Ihrem Krankenhaus um. Ist das bei Ihnen eine grundsätzliche Linie?

Karl-Heinz Stadlbauer:Das ist eigentlich meine Art, dass ich sehr offen und transparent mit allem umgehe. So bin ich auch zu meinen Mitarbeitern. Wir haben Verantwortung gegenüber unseren Patientinnen und Patienten und wir wissen alle, dass immer was passieren kann.

Und wenn was passiert, so wie in dem eigentlich unglaublichen Prostata-Vertauschungsfall?

Wenn was passiert, dann muss man richtig mit dem umgehen. Nämlich offen zu den betroffenen Patienten sein, offen zu den Mitarbeitern. Wir wollen aber niemanden an den Pranger stellen.

Aber daraus lernen wollen Sie schon.

Aber natürlich gehört so etwas genau angeschaut. Wir wollen uns ja immer wieder verbessern, das ist das Entscheidende dabei.

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