20.03.2021 06:01 |

Auszeit vom Homeoffice

Die „Shades of Lech“ bringen das Knistern zurück

Das Lecher „Jagdhaus Monzabon“ verwandelt sich im Sommer zum Liebeshotel, Erotik-Packages inklusive. Die „Shades of Lech“ sorgen bereits jetzt für angeregte Gespräche - und für jede Menge Zimmerreservierungen.

Endlich mal über etwas anderes reden als über Covid - das ist der Familie Schneider aus Lech gelungen. Mit ihrem Liebeshotel wollen sie Paare auf andere Gedanken bringen. Das funktioniert schon vor der Eröffnung: „Das Kopfkino ist voll angelaufen“, sagt Melanie Schneider.

Krone: Ab Sommer verwandeln Sie ihr Familienhotel in ein Adults-only-Hotel unter dem Motto „Shades of Lech“ mit Erotik-Packages und „Spielzimmer“. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Melanie Schneider: Im zweiten Lockdown ist die Idee bei einer Teambesprechung aufgekommen. Covid hat uns gelehrt, dass das Alltägliche nicht mehr möglich ist. Man kann nirgends hingehen, man sitzt aufeinander, die Kinder werden zuhause unterrichtet und so weiter. Wir wollen mit unserem Konzept wieder Zeit zu zweit schaffen - für intime Stunden, die das Feuer des Anfangs wieder zum Lodern bringen. Ein paar Tage mit Gänsehautmomenten, nach denen man wieder glücklich in den Alltag zurückkehrt.

Sie lehnen Ihr Sommer-Angebot an die Sado-Maso-Romanze „50 Shades of Grey“ an - warum?
Ja, unsere Packages sind etwas keck - wichtig ist in diesem Zusammenhang aber das Vertrauen. Wer dem Partner oder der Partnerin nicht vertraut, wird sich auch nicht fesseln oder die Augen verbinden lassen. Wer aber Vertrauen hat, kann auch unsere Packages buchen. Im Übrigen gilt natürlich: Was daraus wird, ist jedem selbst überlassen. Und wir bieten auch noch Anderes: Liebeswanderungen zum Beispiel oder Seminare, in denen man wieder lernt, Zärtlichkeit zu teilen und zu spüren. Man vergisst doch im Laufe der Jahre, wie das ganz am Anfang mit dem Partner war. Das wollen wir wieder auffrischen. Ich finde daran nichts Verwerfliches. Wir sind ja kein Swingerklub und auch kein Freudenhaus mit Concierge-Service, in das sich Frauen einmieten können.

Zitat Icon

Wir haben so viele Anrufe bekommen und E-Mails mit unheimlich positivem Feedback. Das Kopfkino ist voll angelaufen!

Melanie Schneider

Wie waren denn die Reaktionen auf Ihr Liebeshotel?
Wir haben so viele Anrufe bekommen und E-Mails mit unheimlich positivem Feedback - und Buchungsanfragen, auch von Stammgästen. Das Kopfkino ist voll angelaufen!

Und in Lech selbst?
Negative Reaktionen haben wir nicht bekommen. Aber wir werden überhaupt nicht darauf angesprochen im Ort. Über so etwas spricht man nicht. Dabei ist Lech ein weltoffenes Dorf, wir heißen Gäste aus aller Welt willkommen. Und es ist ja nicht so, als ob sich in den Hotelzimmern im Winter nichts abspielen würde - nur spricht eben niemand darüber. Jetzt schon. Endlich kann man mal über etwas Anderes reden als über die Corona-Krise!

Sie haben drei Kinder, wie haben Sie denen ihr neues Konzept fürs Hotel erklärt?
Meine beiden Söhne sind schon erwachsen, nur meine Tochter noch nicht. Den Sommer verbringt sie bei den heiß geliebten Großeltern. Das heißt, dass sie im Sommer gar nicht im Haus ist. Aber wie gesagt, wir sind ja kein Freudenhaus. Und ich bin der Meinung, dass man mit den Kindern - wenn sie Interesse zeigen - ehrlich und offen auch über Sexualität sprechen sollte. Vielleicht teilen manche meine Meinung nicht, aber ich bin überzeugt davon, dass es wesentlich besser ist, Kinder behutsam aufzuklären, anstatt sie Social Media zu überlassen. Denn was dort manchmal geschieht, ist oft nicht mehr gutzumachen. Eltern können ihren Kindern sagen, dass zum Sex auch Liebe und Vertrauen gehören. Dass man froh sein sollte, wenn man einen liebevollen Partner oder eine liebevolle Partnerin gefunden hat. Auf WhatsApp spielt das keine Rolle.

Glauben Sie, dass ihre Gäste nun verstärkt aus der SM-Szene anreisen werden?
Die SM-Szene, wo vieles extrem ausgelebt wird, belächelt uns doch. Für die ist das hier Kinderkram. Wir bieten ja auch Packages mit herzförmigen Luftballons, Schokolade und Champagner an. Im Übrigen kann sich kein Hotel aussuchen, welche Gäste kommen. Die Zimmertüren gehen zu und niemand weiß, was dahinter vor sich geht. Wir machen nichts anderes, als Pärchenurlaub zu verkaufen, „magic moments“. Und im Winter bleiben wir wie bisher das traditionelle Familienhotel, in dem abends „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt wird und die Kids herumtollen können.

Angelika Drnek
Angelika Drnek
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 23. September 2021
Wetter Symbol
Vorarlberg Wetter
7° / 17°
heiter
7° / 21°
heiter
8° / 19°
heiter
8° / 20°
heiter