Bürokratie blüht:

Noch mehr Quarantäne erzürnt LH-Vize Haberlander

Noch mehr Quarantäne! Ist der Test positiv und es besteht Mutationsverdacht, soll man in Oberösterreich künftig statt zehn 14 Tage abgeschottet bleiben. Das sorgt für Kritik. „Nur aufgrund eines Verdachtsfalls werden noch freiheitsbeschränkendere Maßnahmen gesetzt als bei einem normalen Coronafall“, gibt LH-Vize Christine Haberlander zu bedenken.

Diese Unterscheidung bedeutet enormen bürokratischen Mehraufwand, auch im Contact Tracing. Derzeit besteht bei rund 50 Prozent aller Infektionen Mutationsverdacht, es gibt 1467 aktive Fälle. Für Geimpfte gelten weiterhin dieselben Covid-Einschränkungen wie für alle anderen, auch die Quarantäne. Das kritisiert der Verfassungsjurist Mathis Fister von der Linzer JKU scharf: „Ich sehe dafür keine rechtfertigende Grundlage mehr.“ Aus dem Gesundheitsministerium heißt es, es gäbe zu wenig Studien, ob Geimpfte das Virus übertragen können.

Ausreisetests aus Bezirk kaum umsetzbar
„Mangels Ressourcen fragwürdig“ sei der Erlass des Gesundheitsministeriums, nach dem ab Mittwoch verschärfte Regeln für Regionen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz über 400 gelten. Das sagte Klaus Schneeberger, Bürgermeister von Wiener Neustadt – auf Bezirksebene mit einer Inzidenz von 563 auf Platz zwei österreichweit, gleich nach Hermagor (593). Aber die verschärften Maßnahmen, inklusive Tests, gelten – wie vom Bund – vorgesehen schon ab morgen.

Innviertel als Sorgenkind
In Oberösterreich ist das Innviertel ein Sorgenkind. Aktuell ist Braunau mit einer 7-Tages-Inzidenz von 300,3 Spitzenreiter. Der Wert von 400 kann rasch erreicht sein. Aber auch hier scheinen Ausreisetests kaum umsetzbar. Es gibt zu viele Straßen. „Einen Bezirk wie Braunau oder Perg kann man etwa nicht mit einem leicht abzuriegelnden Tiroler Bergdorf vergleichen“, sagt LH-Vize und Gesundheitsreferentin Christine Haberlander zur „Krone“.

Elisabeth Rathenböck
Elisabeth Rathenböck
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Donnerstag, 15. April 2021
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