18.02.2021 18:15 |

„Nicht natürlich“

Forscher: „Coronavirus kam aus Labor in Wuhan“

Auch mehr als ein Jahr nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist noch nicht zweifelsfrei geklärt, wo der Ursprung des Virus liegt, an dem laut einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität bisher schon mehr als 2,4 Millionen Menschen weltweit gestorben sind. Der renommierte Hamburger Nanowissenschaftler Roland Wiesendanger ist sich allerdings sicher: „Corona kam doch aus einem Labor in Wuhan.“ Für eine Studie der Universität Hamburg trug er über ein Jahr lang mehr als 600 Hinweise zusammen. 

Letztlich kam der Hamburger Physiker zu dem Schluss, dass „sowohl die Zahl als auch die Qualität der Indizien“ für einen Laborunfall am virologischen Institut der Stadt Wuhan sprechen würden, wie er zur „Bild“ sagte.

Zwei Theorien über Ursprung des Coronavirus
Bisher hatte es im Grunde zwei unterschiedliche Theorien über die Entstehung des Virus gegeben: So vermuten einige Wissenschaftler und Experten, das Virus sei über einen Zwischenwirt von Fledermäusen zum Menschen übertragen worden. Die deutlich brisantere zweite Theorie lautet: Das Virus wurde in einem Labor in Wuhan künstlich hergestellt und entweder absichtlich oder wegen eines Versehens freigesetzt.

Bisher noch kein Zwischenwirt gefunden
Wiesendanger ist Verfechter der Labor-Theorie und begründet das unter anderem damit, dass bisher noch kein Zwischenwirtstier gefunden worden sei. Außerdem könne sich das SARS-CoV-2-Virus „erstaunlich gut“ an menschliche Zellrezeptoren ankoppeln und in menschliche Zellen eindringen. Auch das sei ein Hinweis darauf, dass der Ursprung „nicht natürlich“ sei. Gegen die Fledermaus-Theorie spreche zudem, dass auf dem Wildtiermarkt in Wuhan keine Fledermäuse angeboten würden. 

Wuhan-Labor forscht an Fledermausviren
Gleichzeitig gebe es aber im virologischen Institut von Wuhan eine der weltweit größten Sammlungen von Fledermausviren. Laut Wiesendanger sei es „extrem unwahrscheinlich“, dass sich Fledermäuse auf natürliche Weise nach Wuhan begeben hätten. Schließlich seien die südchinesischen Höhlen, wo die Tiere ihren natürlichen Lebensraum haben, etwa 2000 Kilometer von Wuhan entfernt.

WHO-Expertenteam legte keine klaren Beweise vor
Das Labor sei zudem häufiger aufgrund von dokumentierten Sicherheitsmängeln aufgefallen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuletzt ein Expertenteam nach Wuhan geschickt, um sich dort auf die Spur des Coronavirus zu begeben. Das WHO-Team kam zu dem Schluss, dass die Übertragung von Fledermäusen über Zwischenwirte wahrscheinlicher sei, glasklare Beweise blieben sie jedoch schuldig.

Der 59-jährige Hamburger Professor gab an, dass ihn die „wissenschaftliche Neugier“ dazu veranlasst habe, sich mit dem Ursprung der Pandemie zu beschäftigen. Wiesendanger untersuchte für seine Studie wissenschaftliche Literatur, Artikel aus Print- und Online-Medien und wertete auch die persönliche Korrespondenz mit internationalen Kollegen aus.

Erste Zwischenergebnisse der Studie veröffentlichte er bereits am 5. Mai des Vorjahres. Die nun vorliegende „Studie zum Ursprung der Coronavirus-Pandemie“ wurde am 6. Jänner fertiggestellt, danach in Forscherkreisen verteilt und diskutiert und schließlich am 12. Februar zur Veröffentlichung freigegeben.

Martin Grob
Martin Grob
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).