17.02.2021 07:06 |

Frankreich

Russland bestreitet Beteiligung an Centreon-Hack

Nach der Entdeckung von Hackerangriffen auf mehrere französische Einrichtungen in den vergangenen Jahren hat Russland jegliche Beteiligung daran bestritten. „Russland war nie, ist nicht und könnte niemals an Cyberkriminalität beteiligt sein“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag. 

Die für Informationssicherheit zuständige französische Behörde Anssi hatte am Montag von Cyberattacken auf die Kontrollsoftware Centreon berichtet, die von mehreren großen Unternehmen und dem französischen Justizministerium genutzt wird. Die Angriffe erfolgten demnach zwischen 2017 und 2020 und wiesen Ähnlichkeiten mit früheren Attacken der „Sandworm“-Kampagne auf, die mit dem russischen Geheimdienst in Verbindung gebracht wurde. Anssi machte Russland jedoch nicht direkt für den Vorfall verantwortlich.

Der französische Softwarehersteller wies Berichte über mögliche Schäden für seine zahlenden Kunden am Dienstag zurück. Die Sicherheitslücke betreffe nur eine kostenlose, frei zugängliche Open-Source-Version der Software aus der Zeit vor 2015. Die rund 720 zahlenden Kunden des Unternehmens, zu denen der Stromerzeuger EDF und der Energiekonzern Total gehören, seien nicht betroffen, so ein Sprecher. Er warf der Behörde Anssi „extrem schädigendes“ Verhalten vor.

Mehrere Nutzer der Software ließen Anfragen der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag unbeantwortet. Die französische Staatsanwaltschaft hat bisher keine Ermittlungen eingeleitet.

Fall weckt Erinnerungen an Solarwinds-Hack
In den USA war erst im Dezember ein ähnlicher Cyberangriff auf die Regierung über den IT-Dienstleister Solarwinds bekannt geworden. Dieser war nach einhelliger Einschätzung der US-Geheimdienste und anderer Behörden mutmaßlich von Russland ausgegangen.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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