18.01.2021 08:44 |

Studie gibt Hoffnung

Coronavirus könnte harmlos wie Schnupfen werden

Eine US-Forscherin gibt in der Corona-Krise Hoffnung: Jener Erreger, der seit Monaten die ganze Welt in Atem hält, könnte in Zukunft nicht mehr als ein harmloser Schnupfen sein. Infektiologin Jennie Lavine von der Emory-Universität in Atlanta ist überzeugt, dass sich SARS-CoV-2 mit der Zeit abschwächen wird. Aus dem Virus, das in vielen Staaten für Engpässe in Gesundheitssystemen sorgt, könnte eine harmlose Kinderkrankheit werden, so die Wissenschaftlerin in einer Studie.

Coronaviren begleiten die Menschheit schon seit ewigen Zeiten - sie sind für etwa jede dritte Erkältung verantwortlich. Meist kommt man schon im Kindheitsalter mit solchen Erregern in Kontakt. Ist eine Infektion einmal überstanden, ist man meist im weiteren Leben vor schweren Krankheitsverläufen gefeit, erklärt Lavine in der Studie, die im Fachblatt „Science“ veröffentlicht wurde.

„Eine erneute Ansteckung ist durchaus innerhalb eines Jahres möglich. Aber wenn das passiert, sind die Symptome mild und das Virus wird schneller aus dem Körper ausgeschieden“, so die Infektiologin zu Coronaviren. Lavine stützt sich dabei auf die Annahme, dass sich die Immunität gegen SARS-CoV-2 ähnlich wie bei schon länger bekannten Coronaviren verhält.

SARS-CoV-2 wird harmloser, aber nie ganz verschwinden
Es sei selten, dass man erst als Erwachsener das erste Mal auf solche Viren trifft - in den meisten Fällen wird man schon als Kleinkind angesteckt. Das passiere für gewöhnlich im Alter von etwa drei bis fünf Jahren, weil man da noch über keine Antikörper verfügt. Die Sterberate sei aber in dieser Altersgruppe sehr gering - auch bei dem neuartigen Coronavirus. Danach bliebe jedoch zumindest eine lebenslange Teilimmunität erhalten, die eher für asymptomatische, kürzere Krankheitsverläufe sorge. Das Virus könnte also harmloser werden, vollkommen von der Bildfläche verschwinden werde es jedoch nie.

Massenimpfungen könnten überflüssig werden
Langfristig könnte die Sterberate bei Corona sogar unter jener der saisonalen Grippe liegen, also unter 0,1 Prozent. Dann wäre auch keine Massenimpfung mehr notwendig, um den Erreger in Schach zu halten. Langfristig würde es dann ausreichen, wenn nur besonders gefährdete Risikogruppen mit einem Vakzin geschützt werden, wenn sich Lavines Modellrechnung bewahrheitet. Es könnte allerdings auch sein, dass das Virus - ähnlich wie das bei MERS der Fall war - bedrohlicher für Kinder wird. In diesem Fall seien breit angelegte Impfprogramme weiterhin unerlässlich.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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