„Muss Risiko eingehen“

96 Anzeigen nach Corona-Einsatz in Linzer Lokal

„Wenn ich nicht verhaftet werde, werde ich auch in den kommenden Tagen mein Lokal öffnen. Mir bleibt keine andere Möglichkeit, ich muss mein Kind ernähren. Ich muss das Risiko einfach eingehen", erklärte die Linzer Wut-Wirtin Alexandra P. (51). Sie hatte - wie berichtet - am Montag entgegen der geltenden Corona-Verordnung ihr Lokal geöffnet. Zahlreiche Gäste waren gekommen - ebenso ein Großaufgebot der Polizei.

Bereits am Freitag hatte Alexandra P. bei einer Demonstration in Linz - bei welcher sie wegen aggressiven Verhaltens festgenommen wurde - angekündigt, ihr Café in der Linzer Altstadt trotz Lockdown öffnen zu wollen. Gezählte 37 Gäste folgten ihrem Ruf und versammelten sich ab 16 Uhr in dem Lokal.

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Ich bin keine Wut-Wirtin, sondern eine Wut-Mutter und verzweifelt. Es geht nicht anders, habe keine andere Möglichkeit mehr.

Wirtin Alexandra P. (51)

Abstand oder Masken waren nicht zu sehen. Um 16.25 Uhr rückten dann Polizei und Gesundheitsbehörde an. Die Daten der Anwesenden wurden notiert. Auch P. wurde angezeigt. In Summe wurden 96 Anzeigen ausgestellt. Der Strafrahmen beträgt bei den Gästen bis zu 1450 Euro, für die Wirtin 30.000 Euro.

Stadtchef zog Notbremse
Und danach? Da ging die „Party“ zunächst einfach weiter. „Natürlich ist die Situation unbefriedigend. Der Ball liegt beim Magistrat“, erklärt Polizeisprecher David Furtner. „Jetzt gibt es keine rechtliche Grundlage, das Lokal zu schließen. Wir haben keine Handhabe, die Gäste mit Gewalt aus dem Lokal zu entfernen“, erklärt Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter vor Ort.

Am Abend zog Bürgermeister Klaus Luger die Notbremse, verhängte ein Betretungsverbot, ließ um 20 Uhr das Lokal räumen.

Philipp Zimmermann, Kronen Zeitung

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