„Wollen uns vergiften“

Impfstoff-Tweet des Ajatollahs gelöscht

Ausland
10.01.2021 10:48

Zwar nicht das komplette Konto, aber dennoch einen Tweet des geistlichen Oberhaupts des Irans, Ajatollah Ali Khamenei, hat nun Twitter gelöscht. Khamenei hatte Corona-Impfstoffe aus den USA und Großbritannien als „nicht vertrauenswürdig“ bezeichnet. Der Tweet Khameneis habe gegen die Unternehmensrichtlinien zum Umgang mit Falschinformationen über die Corona-Pandemie verstoßen und sei deshalb gelöscht worden, erklärte ein Sprecher des Kurznachrichtendienstes am Samstag.

Khamenei hatte auf seinem englischsprachigen Twitter-Konto geschrieben, dass der Import von Corona-Impfstoffen aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien „verboten“ sei, weil diese „nicht vertrauenswürdig“ seien. Es sei „nicht unwahrscheinlich“, dass die beiden Länder „andere Nationen vergiften“ wollten, fuhr das geistliche Oberhaupt fort. „Angesichts unserer Erfahrung mit HIV-verseuchten Blutspenden, sind französische Impfstoffe ebenfalls nicht vertrauenswürdig.“

(Bild: AP)

Mit seiner letzten Bemerkung bezog sich Khamenei auf einen Blutspendenskandal in Frankreich in den 1980er-Jahren, in dessen Zuge mit HIV kontaminierte Blutspenden an französische und ausländische Kliniken geliefert worden waren. Auch im Iran infizierten sich damals Hunderte Empfänger von Blutkonserven mit dem Virus.

Kubanischer Impfstoff wird an Iranern getestet
Im Unterschied zu den westlichen Impfstoffen vertrauen die Mullahs offenbar auf ein kubanisches Vakzin, das nun auch im Iran getestet werden soll. Vertreter beider Länder hätten in Havanna ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet, teilte Kubas Außenministerium am Samstag mit. Der Impfstoff soll nun in Phase III der klinischen Tests an einer größeren Zahl von Menschen erprobt werden.

Der Iran hat auch einen eigenen Impfstoff entwickelt, der sich derzeit in der Testphase befindet. (Bild: AFP)
Der Iran hat auch einen eigenen Impfstoff entwickelt, der sich derzeit in der Testphase befindet.

In Kuba haben sich im Gegensatz zum Iran bisher nur recht wenige Menschen mit Covid-19 infiziert, was eine Überprüfung der Wirksamkeit eines Impfstoffes schwierig macht. Der Iran liegt hingegen mit fast 1,3 Millionen nachgewiesenen Infektionen weltweit an 15. Stelle.

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