09.12.2020 10:30 |

Aktuelle Wetterlage

Der viele Schnee hat ganz Kärnten fest im Griff

Nur eine kurze Verschnaufpause hat Frau Holle den Oberkärntnern gegönnt. Bereits Dienstagmittag fielen wieder ordentlich Schneeflocken vom Himmel und riefen die Einsatzkräfte erneut auf den Plan. Mehrere Fahrzeuge blieben auf Straßen hängen. Im restlichen Kärnten schneite und regnete es verhalten.

In den frühen Morgenstunden des Marienfeiertags schneite es zwar weitestgehend nicht, so richtig durchatmen konnten die Oberkärntner und Osttiroler aber nicht. Viele Gebäude waren bis zum Nachmittag immer noch ohne Stromversorgung. In anderen Gemeinden wurden mit vereinten Kräften zumindest die Wege zu den Gotteshäusern freigeschaufelt und gefräst.

Einsatzkräfte im Dauereinsatz
Bundesheer und Polizei erkundeten am Vormittag mit Hubschraubern die Lage in abgelegeneren Regionen. Die Lawinensituation bleibt weiter sehr angespannt. „Wir haben immerhin ein Zeitfenster geschaffen, damit die Leute kurzzeitig aus ihren eingeschneiten Häusern kommen“, sagt der Kötschacher Bürgermeister Josef Zoppoth.

Im Tal blickt man der Situation trotzdem gefasst entgegen. Zoppoth: „Wir schaffen so viel Schnee weg, wie wir können und machen Platz für neuen.“ Immerhin wurde von den Meteorologen für diesen Tag bis zu einem halben Meter Neuschnee angekündigt.

Im Lesachtal
Auch im Lesachtal bleibt man trotz knapp zwei Metern Schnee optimistisch. Bürgermeister Johann Windbichler: „Die Versorgung ist soweit gesichert. Wir arbeiten mit großen Radlagern und haben sogar Schneefräsen aus Ferlach als Unterstützung bekommen.“ Die Aufräumarbeiten gehen nur langsam voran. Immer wieder stürzten Bäume aufgrund der Schneelast auf Straßen und im Gelände lösen sich sogar kleinere Schneebretter.

Monteure kämpfen sich durch Schneemassen
Auf Tourenskiern und mit Hilfe von Bergführern kämpfen sich die Kärnten-Netz-Monteure seit Tagen durch den Schnee in Oberkärnten. Die Hauptstörung im Lesachtal konnte Dienstagnachmittag behoben werden. Nur wenige Höfe warten noch auf Strom.


Bis zum Weitspannfeld in der Nähe von Podlanig mussten sich die Elektrizitätsexperten der Kärnten Netz GmbH am Dienstag wahrhaftig durchkämpfen. Immerhin lagen nicht nur mehr als ein Meter Schnee, sondern auch der Neuschnee erschwerte den Monteuren ihre Arbeit. Am Nachmittag gab es allerdings endlich grünes Licht: Nach bis zu 36 Stunden ohne Strom wurde die Versorgung schrittweise wieder auf den Normalzustand geschalten. Störungen gab es (Stand Dienstagabend) noch im Oberen Mölltal sowie in Maria Luggau. Dort helfen Bergführer bei der Orientierung. Ohne Strom müssen nur noch einige abgelegene Höfe auskommen.

Rund 4000 Haushalte ohne Strom
Die teilweise starken Schneefälle führten zu zahlreichen Störungen der Stromversorgung. Derzeit sind rund 4.000 Kundenanlage ohne Strom. Besonders betroffen ist der Raum Mittelkärnten, also die Bezirke Villach-Land, Feldkirchen, St. Veit an der Glan sowie Klagenfurt-Land. Neue Störungen sind auch im Bezirk Spittal aufgetreten.

Die Ursachen für die Unterbrechungen der Stromversorgung sind durchwegs Bäume, die unter der Last des schweren Schnees umgestürzt sind und Stromleitungen beschädigt haben. In Westkärnten und im Osten gibt es keine neuen Störungen im Stromnetz. Die weitere Entwicklung ist derzeit nicht abschätzbar, es können jederzeit neue Störungen auftreten.
Rund 160 Monteure arbeiten daran, die Störungen zu beheben. Die KNG-Kärnten Netz GmbH ersucht die von Stromausfällen betroffenen Kunden um Verständnis.

Mehrere umgestützte Bäume
Auch zahlreiche Bäume erlagen der Last der Schneemassen und stürzten auf Häuser und Straßen. In Moosburg stürzte eine 25 Meter hohe Tanne auf die Mitterteichlandesstraße und riss eine Stromleitung mit. Auch in Krumpendorf, in Ferndorf, in Spittal an der Drau und Trabesing wurden Bäume umgerissen. 

In Gaimberg brach wegen der Schneemassen die Holz-Überdachung einer Terrasse zusammen. Die Bewohner wurden deshalb bei ihren Nachbarn untergebracht. 

Zahlreiche Straßen in Oberkärnten gesperrt
Durch die Schneemassen und Lawinengefahr sind in Oberkärnten mehrere Straßen geseperrt. 
Mehr Infos dazu: Mehrere Straßensperren wegen starker Schneefälle

Voll mit Schnee bedeckt ist die Plöckenpass Straße (oben). Auf den ersten Blick denkt man nicht, dass es sich hierbei um eine Straße handelt. 

Corona-Massentests in acht Gemeinden verschoben
Aufgrund der aktuellen Wettersituation in Oberkärnten wurden aus Sicherheitsgründen in acht Gemeinden die Corona-Massentests vom 11. bis 13. Dezember auf unbestimmte Zeit verschoben. Die betroffenen Gemeinden sind: Stall im Mölltal, Kötschach-Mauthen, Winklern, Großkirchheim, Mörtschach, Rangersdorf, Heiligenblut und Lesachtal

In Lienz
Die Stadtgemeinde Lienz macht darauf aufmerksam, dass insbesondere im Innenstadtbereich aufgrund teilweise großer Fallhöhen das Gefährdungspotential für Personen durch Dachlawinen hoch ist. Hauseigentümer werden ersucht, vor allem jene Hausseiten, die an Geh- und Fahrwege angrenzen, zu sichern. So ist etwa ein Abschöpfen, ein Entfernen von Schnee- und Eisresten sowie die Kontrolle der bestehenden Schneefänger dringend durchzuführen oder zu veranlassen.

Für diese Arbeiten sind Profis wie Zimmereibetriebe, Dachdecker, Spengler, Hausbesorger speziell ausgebildet und technisch ausgerüstet. Bei der Durchführung der Maßnahmen gilt es unbedingt vorzusorgen, dass ein ausreichender Schutz für die darunterliegenden Verkehrsflächen besteht - durch Absperrung oder andere geeignete Sicherungsmaßnahmen.
Die Stadtgemeinde Lienz weist darauf hin, dass ein Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr nur in Ausnahmefällen und in Rettungssituationen erfolgen kann.

 Kärntner Krone
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