08.12.2020 05:55 |

Kritik nach Shows

Andreas Gabalier: „Bewahrt doch den Grundrespekt!“

Nach seinen Auftritten bei RTL und zuletzt in der ORF-Weihnachtsshow gab es hämische Zeitungsartikel. Im „Krone“-Gespräch nimmt Andreas Gabalier dazu nun Stellung.

„Krone“: Die Show „A Volks-Rock’n’Roll-Christmas“ am Samstag verfolgten im Schnitt 462.000 Zuseher. Danach folgten in manchen Zeitungen Verrisse. Von „Weihachten auf der HNO-Ambulanz“ war da zu lesen. Was sagen Sie dazu?
Andreas Gabalier: Kritik ist ja ok, aber was da der Herr Guido Tartarotti zum Beispiel im „Kurier“ geschrieben hat, das hat mit Kritik nichts mehr zu tun. Das ist ein reiner Hassartikel. So etwas hat in einer renommierten Tageszeitung wie dem „Kurier“ nichts verloren. Das ist auch nicht mehr witzig. Warum muss ich Leute gegenseitig so aufhussen und aus Tausenden positiven Postings die acht negativen heraussuchen und daraus dann Schlagzeilen machen und daraus ein gespaltenes Netz zu kommunizieren in Zeitungen? Das finde ich bedenklich und einfach nur traurig, dass man versucht Gesellschaftsschichten zu spalten. Eine Schande für den „Kurier“. So lassen sich Leute nicht einmal im Wirtshaus aus, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Es geht um den Grundrespekt voreinander, der mit diesem Hassartikel hier völlig verloren geht. Das hat auch mit Satire gar nichts zu tun, das lass ich nicht gelten, ärgste und tiefste Beleidigung auf unterstem Niveau.

Wenn Sie nach der RTL-Show lesen „Er blamierte sich völlig und wurde zur Lachnummer im Netz, tut einem das als Sänger nicht weh?
Nein ganz im Gegenteil, wer das nicht verstanden hat, dass das eine Comedy-Sendung war, wo die drei größten Kindsköpfe, so wie die Sendung auch hieß, und ich ein 90er-Liedl wie „Barbie Girl“ daherblödeln hätten sollen. Allen Ernstes daraus die Schlagzeile „Er kann nicht singen“ und „Blamiert sich im Net" macht. Natürlich hab‘ ich das nicht gesungen wie eine Mariah Carey. Da ist es ums Blödeln gegangen. Offenbar geht es da vielen nur ums Hassschüren und darum, die Gesellschaftsschichten irgendwie zu spalten.

Wie erklären Sie sich dieses Gabalier-Bashing?
Ich weiß es nicht! Das ist so eine Grundkrankheit in Österreich. Total unnötig. In Deutschland gibt es so was überhaupt nicht. Das ist reine Missgunst, zumal ich ja bei keiner politischen Diskussionssendung, sondern in Unterhaltungsshows war. Geschmäcker sind immer verschieden, meine Oma hat auch nicht Metallica gehört - und die füllten die Stadien. Ich finde das Ganze einfach nur beleidigend. Und das gar nicht mir gegenüber, sondern der ganzen Mannschaft gegenüber. Da habe sich so viele Leute monatelang ins Zeug gelegt, mit dem ein Millionenpublikum eine Freud damit hat, denen muss ich nicht allen das Gefühl geben, dass sie die letzten Hinterwäldler sind, wenn sie sich einen Gabalier anhören.

Sie kratzt das gar nicht, wenn Sie so was lesen?
Mein Hirschleder ist dick genug, und mir ist das nach all den Jahren noch immer wurscht, weil ich immer abwäge, wie viele Hunderttausende Leute eine Freud gehabt haben und sich das Album gekauft haben. Wie gesagt: Mir geht’s um einen Grundrespekt - und wenn jemand so hasserfüllt wertet und eine Meinung vorgibt, das hat journalistisch so in einer Tageszeitung nicht verloren. Was mich einfach aufregt, ist, dass meine Erfolgsgeschichte, die in Fakten und Zahlen so in Österreich noch nicht da war, medial laufend so hinstellen, als würde sie das Land spalten, spaltet das Land überhaupt nicht. Das lass ich nicht gelten.

Stefan Weinberger, Kronen Zeitung

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