07.12.2020 15:39 |

Teils Warteschlangen

Lockdown zu Ende: Nun Run auf die Geschäfte

Nach fast drei Wochen des harten Lockdowns haben am Montag Geschäfte, Einkaufszentren, Friseure und andere Dienstleister wieder ihre Pforten geöffnet. Es gelten allerdings strenge Auflagen, um den Erfolg der im Lockdown leicht gesunkenen Neuinfektionszahlen nicht zunichtezumachen. Viele lassen sich davon aber nicht abschrecken und stürmten bereits in den Vormittagsstunden des Fenstertags Einkaufszentren und -straßen. „Die Mariahilfer Straße ist voll“, beschreibt etwa die Handelsobfrau in der Wiener Wirtschaftskammer, Margarete Gumprecht, die Lage auf der größten Einkaufsstraße des Landes. Österreichweit sieht der Handelsverband einen überschaubaren Betrieb.

Es sei nicht ganz so schlimm geworden, wie im Vorfeld befürchtet worden sei, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Montagnachmittag. Er sieht den Zusammenhang damit „dass die Gastronomie als wichtiger Frequenzbringer des Handels noch bis mindestens 7. Jänner geschlossen bleibt“. Für Dienstag - der verkaufsoffene Feiertag ist einer der stärksten Umsatztage für den Handel - rechnet Will allerdings mit einem Ansturm.

Schlangenbildungen vor Geschäften auf Mariahilfer Straße
Auch auf der Wiener Mariahilfer Straße wurden die Rollläden der Geschäfte am Montag wieder hochgezogen. Schon am Vormittag war deutlich mehr los als an einem „normalen“ Montag, bis Mittag füllte sich die Einkaufsstraße spürbar. Schlangen bildeten sich vor einzelnen Geschäften und Banken. Einige Passanten rechneten allerdings erst für den Nachmittag mit dem richtigen Ansturm, wie sie bei einem APA-Lokalaugenschein sagten.

Securitys sollen für geregelten Ablauf sorgen
Bei großen Filialen, die zum Teil mit hohen Rabatten locken, sollten Securitys für einen geregelten Ablauf sorgen. Das gelang laut Passanten allerdings nur zum Teil. Oft würden Abstandsregeln nicht eingehalten, auch einige falsch sitzende Masken seien beim Shoppen gesichtet worden. Handelsobfrau Gumprecht betonte im Gespräch mit der APA allerdings, dass die Leute „sehr diszipliniert“ seien. Auch die Geschäftsbetreiber würden alles dazu beitragen, um einen möglichst sicheren Einkauf zu gewährleisten.

„Kundenfrequenz auf dem Vorjahresniveau“
Die Spartenchefin sprach von einem „erhöhten“ Andrang vor allem in Einkaufszentren und den klassischen Shoppingmeilen: „Die Mariahilfer Straße ist zum Beispiel voll.“ In kleineren Geschäftsstraßen oder in etwas abseits gelegenen Grätzeln gebe es aber noch „Luft nach oben“. Die Kundenfrequenz in den Geschäften selbst liege etwa auf Vorjahresniveau, sagte Gumprecht, die Menschen würden aber gezielter shoppen und kürzer als üblich in den Geschäften bleiben.

Mehr Platz für Bummler am Feiertag und an kommenden Samstagen
Am Dienstag sowie an den kommenden Adventsamstagen werden die gesamte innere Mariahilfer Straße und ein Abschnitt der Neubaugasse für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Damit soll mehr Platz für die befürchteten Menschenmassen geschaffen werden.

Bilder aus Einkaufszentren in Niederösterreich, Wien, Tirol, Kärnten und Steiermark:

Regierungsspitze appelliert, „Einkaufsbedürfnis zu verteilen“
Bundeskanzler Sebastian Kurz appellierte noch vor dem zum Teil eingetretenen Massenandrang am Montag, das „Einkaufsbedürfnis zu verteilen“. „Es sind noch viele Tage bis Weihnachten“, sagte Kurz, der sich am Vormittag einem Corona-Schnelltest im Rahmen der Massentestungen in Wien unterzog: „Es geht immer wieder die Sonne auf. Es öffnen immer wieder die Geschäfte am nächsten Tag.“

„Engmaschige Kontrollen der Polizei“
Innenminister Karl Nehammer und Gesundheitsminister Rudolf Anschober hatten bereits am Sonntag die Bevölkerung gebeten, nach der Lockdown-Lockerung nicht sofort in die Konsumtempel zu strömen. Nehammer wies auch auf „die engmaschigen Kontrollen“ der Polizei hin: „Speziell in Einkaufsstraßen werden verstärkte Streifen die Einhaltung der Covid-Regeln kontrollieren.“

Wenn Verstöße wahrgenommen werden, könnten Organstrafmandate oder auch Anzeigen erstattet werden. „Die Strafen der Gesundheitsbehörden sind empfindlich hoch - bis zu 1450 Euro“, mahnte Nehammer.


Schulen, Museen und Bibliotheken wieder offen

Auch die meisten Schulen öffneten am Fenstertag wieder ihre Tore für den Unterricht in den ersten acht Schulstufen sowie für Maturaklassen - ab der fünften Schulstufe mit Maskenpflicht. Museen und Bibliotheken und Sportanlagen in Sparten, wo es zu keinem Körperkontakt kommt, sind wieder zugänglich.

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